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Der Songcircle Zürich startete in seine zweite Saison. Die Songwriter-Plattform stellte abermals ihre Bühne jungen nationalen und internationalen Talenten zur Verfügung.

Die Ehre, die zweite Saison des Songcircle Zürich zu eröffnen, fiel dem Urner Matteo zu. Die Erwartungen waren nach der Rezension seiner Debüt-EP Going Nowhere und seinem Auftritt an den Songwriter-Nächten in der Schüür hoch gesteckt. Etwas schüchtern und leicht nervös trat der sympathische Musiker auf die Bühne. Doch sowohl seine alten Songs, die er nach eigener Aussage langsam nicht mehr hören kann – Lieber Matteo, dann schreib doch einfach neue – die neuen vermochten zu Überzeugen. Klar, hin und wieder zeigen sich noch ein paar Schwächen im Songwriting auf, dafür hat sich sein Englisch massiv verbessert. Aber trotz aller erkennbaren Schwächen sind seine Texte immer noch meilenweit vor allem, was man sich heutzutage am Radio anhören darf/muss.

Matteo gehört zu der Sorte Künstler, die man unbedingt im Auge behalten muss, denn er wird eher früher als später durchstarten. Er wird die richtigen Leute treffen, die ihm auf die nächste Ebene helfen. Davon bin ich überzeugt.

Mit dem Engländer Alex RV Phillips gesellte sich auch ein wenig Internationalität in die Runde. Alex gehört zu der Gruppe Vollblutmusiker, die man heutzutage immer mehr suchen muss, da sich nicht mehr viele Leute, die sich trauen, ohne Netz und doppeltem Boden ihren Lebensunterhalt zu erstreiten. Was jedoch am Stärksten für ihn spricht, ist eine Stimme: Rau und gleichzeitig samtweich rollt sie über die Klänge seiner Gitarre. Kleine Missgeschicke während dem Auftritt lässt er mit seiner authentischen Art gleich in Vergessenheit geraten. Einer dieser Künstler, wieso man den Songcircle besuchen muss.

Max Apollo als Duo vermochten mich persönlich nicht zu überzeugen, hatten aber dennoch viele Fans im Publikum. Zu klinisch wirkten sie auf mich, trotz der Erkältung des Sängers. Es fehlte das gewisse Etwas, im Vergleich mit gestandenen Schweizer Musikern können sie noch nicht mithalten. Musikalisch versiert und auf jeden Fall hörenswert, aber gegen Acts wie We.Man.Machine oder Baba Shrimps, mit denen sie eigentlich konkurrieren könnten, klar im Hintertreffen. Aber auch wenn sie mich an diesem Abend nicht überzeugen konnten, würde ich jederzeit wieder an ein Konzert von Max Apollo gehen, um ihnen eine zweite Chance zu geben.

Der Songcircle ist aber mehr als nur eine Konzertreihe für Freunde der Singer/Songwriterkunst. Er ist vielmehr eine Platform, auf welcher sich Musiker mit dem Publikum verbinden können, und das über die Landesgrenzen hinaus. Der Songcircle startet nach Berlin und Zürich neue auch in Wien und versucht auch dort, lokale Talente zu vernetzen. Wir freuen uns auf die grossartigen Künstler, die aus Österreich zu uns in die Schweiz kommen werden.

Der nächste Songcircle Zürich findet am 26. Oktober im Bagatelle 93 in Zürich statt. Weitere Informationen dazu gibt’s hier: Songcircle Zürich Oktober.