Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Moonface ist vielfältig. Experimentierfreudig. Voller Ideen und voller Emotionen. Er schreibt Texte, die vielleicht gar nicht verstanden werden wollen. Verworren, selbstkritisch, nahe am Wahnisnn oder butterzart, wie Schmetterlingsflügel. Moonface ist Spencer Krug. Und nächste Woche, am Montag 3. Februar, spielt er für uns im Fri-son.

(Foto: Tero Ahonen)

(Foto: Tero Ahonen)

 

tp. Musik erzählt dir, wenn du zuhören kannst, immer etwas über den Komponisten. Leise und nur ganz nebenbei oder lauter, durchgehend gegenwärtig. Wie ist das bei Spencer Krugs Moonface-Alben? Nun…da hat man das Gefühl, die Kompositionen schreien dir seine Persönlichkeit entgegen. Jedes Wort, jede Note zerrt und zieht. Komm doch mit!, ruft die Musik. Wohin? Wer weiss. Das findet man nur heraus, wenn man sich auf sie einlässt, ihr folgt. Faszinierend und/oder beängstigend. Eins ist dabei klar, auch wenn man nicht alles versteht, was die Harmonien und Texte uns sagen: Krug ist eindeutig keine seichte Persönlichkeit.

Vielfalt liegt dem Multiinstrumentalisten. Deswegen ist die Frage nach seinem Stil auch so schwierig zu beantworten. Scheinbar Indie. Aber neben den Indie-Interpreten, die man sonst so kennt, erscheint er noch «indier», unschön ausgedrückt.
Ausser dem oben Beschriebenen haben die vier Moonface-Veröffentlichungen des kanadischen Künstlers à peu près gar nichts gemeinsam. Das erste Album, nur Marimba, Schlagzeug und Stimme. Das zweite, elektrische Orgel und Gesang. Und das dritte eine Arbeit mit der finnischen Band Siinai. Alles ganz anders. Das macht die ganze Sache nur interessanter. Besonderer. Man weiss nie, was man zu erwarten hat. Es scheint fast, als könnte Spencer Krug jeden nur erdenkbaren Stil für sich nutzen. Vielfältigkeit mit sich selbst multipliziert.

Klingt nach viel. Krug macht auch viel! Einpaar Zahlen, ums zu verdeutlichen: 22 Veröffentlichungen, in 12 Jahren, mit 6 verschiedenen Bands. Wenn man weiter rechnet, kommt man auf ein Resultat, (von 1.8 und paar Zerquetschte pro Jahr) das sich einfach ausfomulieren lässt: Der liebe Spencer ist äusserst produktiv.

Unter all diesen Veröffentlichungen auch sein neustes Album, das letzten Herbst erschien: Julia With Blue Jeans On. Nur Spencers Stimme, begleitet einzig von seinem ersten Instrument, dem Piano. Geschichten über Liebe. Und (Über)Leben. Traurig. Verletzlich. Dramatisch. Aber schön. Feine Klavierbegleitungen lassen die Stücke fast klassisch wirken.
Das Piano, intensiv. Die Stimme, gefühlsbeladen.

Weitere Infos zur Veranstaltung

fri-son.ch