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Verdammt heiss ging es in vielerlei Hinsicht beim Konzert der Ska-Bands The Prosecution und Talco in der Live Music Hall Köln zu und her. Das Konzert wurde vom Underground in die Live Music Hall verlegt und spätestens nach dem Auftritt der Vorband The Prosecution wurde auch klar warum. Der Laden war beim Aufritt von Talco zum Bersten voll.

Mit Vollgas starteten The Prosecution mit Ironic Phases in den Abend. Eher zurückhaltend reagierte jedoch das sonst so feierwütige Ska-Punk Publikum auf den Special Guest. Davon liessen sich die acht Herren aus Abensberg in Bayern mit ihrer sympathischen Art jedoch nicht aus der Ruhe bringen und überzeugten mit herausragenden Live-Qualitäten. Auch wenn der Sound beider Bands vergleichbar ist, so zeichnet sich die Vorband doch durch einen etwas härteren, vielleicht sogar ernster wirkenden, aber keinesfalls weniger rockenden Sound aus. Nachdem Frontman Simon Bernhardt das Publikum dazu aufgefordert hatte einen Schritt vorzutreten, wurden auch die hinteren Reihen aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und tanzten im wilden Takt der Skacore-Klänge mit.

Es folgte eine kurze Umbaumassnahme hinter verschlossenen Vorhängen, die die meisten wohl dafür nutzten, sich für Talco zu wappnen und zu erfrischen. Wie sich herausstellte war das auch bitter nötig, denn Talco sollten dem Saal noch mächtig einheizen.

Nach dem Lüften des roten Vorhangs startete Talco mit Konfetti und lautem Jubel ihren musikalischen Dauerlauf. Mit einer Wahnsinns Energie, die sich prompt auf das Publikum übertrug, rockten die Venezianer von Anfang bis Ende die ganze Halle. Egal ob Il Tempo, L’odore della morte oder Bella Ciao, es wurde gegrölt, geklatscht, geschwitzt und getanzt.

Stimmliche und ausstrahlungstechnische Unsicherheiten des Frontmannes Dema wurden durch die Präsenz und die gute Laune der anderen Bandmitglieder nahezu ausgeglichen. Auch fernab vom Kiez in Hamburg stimmte Köln, trotz Sprachbarriere, lautstark in den Song St. Pauli mit ein.

Zeit zum Verschnaufen gab es nicht, denn die Songs folgten Schlag auf Schlag, was weniger verbale Interaktion mit dem Publikum ermöglichte. Jenes schien damit aber vollauf zufrieden. Kein Gequatsche, sondern Fakten!

Auch wenn der Moshpit und das Crowdsurfing sicherlich für blaue Flecken sorgten und auch das ein oder andere Brillenglas nicht verschont wurde, strahlten die Fans klatschnass übers ganze Gesicht.

So schnell wie alles begann, so schnell war es auch wieder vorbei. Mit Abschiedstanz und Laola-Welle verabschiedeten sich beide Bands von einem grandiosen Abend in Köln.

Besonders zu erwähnen ist auch das in Köln angebotene Merchandise beider Bands. The Prosecution und Talco hielten einen Split (5 Euro) und ein Tour-Shirt (10 Euro) im Angebot bereit, dessen gesamter Erlös zur Unterstützung der Institution «Pro-Asyl» gespendet wird. So wurde wenigstens, wenn auch nicht nach klassischer Punk-Manier, eine politischen Komponente mit eingebracht.

Abschliessend bleibt wohl nur zu sagen, dass The Prosecution gezeigt hat, dass es sich lohnt auch die Supportbands anzuschauen und dass Talco bei Liveauftritten absolute Stimmungskanonen sind. Ein gelungener Abend.

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