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Die Eisheiligen Nächte der deutschen Mittelalter-Rocker Subway To Sally sind längst eine Institution. Doch im Z7 in Pratteln waren die Potsdamer nicht die Hauptattraktion.

Subway To Sally

Sieben ist die Zahl – Subway To Sally in Aktion (Foto: Michelle Brügger)

 

Bereits als zweite Band des Abends nach den Dark-Rockern Lord of the Lost traten Lordi in ihren aufwändigen Bühnenfratzen vor das Schweizer Publikum. Die Hard-Rock-Band hat sich durch den Sieg des Eurovision Song Contests 2007 mit Hard Rock Hallelujah ins kollektive Gedächtnis der breiten Masse eingebrannt. Natürlich sehen die Herren düsterer aus, als es ihre Musik effektiv ist. Trotzdem war das Z7 so voll wie noch keine Eisheilige Nacht in den letzten Jahren. Als die Finnen ihre Show beendet hatten, drängten viele Richtung Ausgang.
Tatsächlich standen die Besucher bereits bei Korpiklaani nicht mehr so gedrängt vor der Bühne. Die finnische Folk-Metal-Band lieferte genau das, was von ihr erwartet wurde: Stimmung. Wild ging es im Moshpit zu und her. Die Luft stand vor tropischer Hitze, Schweiss und verspritztem Bier. Laune kommt bei den Songs übers Feiern und Trinken sowieso auf.

Als Subway To Sally dann die Bühne erklommen, waren noch weniger Leute zugegen als noch bei Korpiklaani. Wer hätte gedacht, dass Lordi derart anziehen würden? Für die treuen Fans von Subway To Sally spielt das natürlich keine Rolle. Mit feurigen Pyro-Effekten unterstützt, spielten sie sich durch ihre 20-jährige Geschichte. Hin und wieder merkte man der Show an, dass sie die erste Eisheilige Nacht 2013 war. Die Musiker brauchten eine Weile, bis sie aufgewärmt waren. Danach gingen sie aber in gewohnt starker Manier in der Musik auf.
Dafür wurde das Publikum mit ersten Eindrücken vom neuen Album belohnt. Mitgift erscheint nächstes Jahr und setzt die Entwicklung der Band weg vom Mittelalterlichen fort. Die spannendste Frage hierbei: Setzen Subway To Sally mehr auf elektronische Elemente?
Schade war eigentlich nur, dass viele nach dem schweisstreibenden Auftritt von Korpiklaani schon ausgepowert waren. Das schlug sich dann auch auf die Stimmung nieder. Sänger Eric Fish stürzte bei seinem Stagedive beinahe ab. Auch ein gezielter Kopftreffer mit einer zusammengeknüllten Weihnachtsmütze schien dem Mann mit den weissen Haaren nicht so gut gefallen zu haben.

Eigentlich darf man sich vor allem auf das neue Album und die hoffentlich darauffolgende Tour freuen. Dann kann man Subway To Sally vermutlich wieder ohne grössere Konkurrenz im Line-up erleben.

Fotos: Michelle Brügger

 

Anmerkung des Autors

Vielen Dank an den Finder meiner Brieftasche. Auch wenn das Geld weg ist, muss ich mich wenigstens nicht um das Sperren und den Ersatz aller Karten kümmern. Dank gebührt auch Ralph Levin, der mich zur Sanität führte, nachdem ein oder zwei andere Mosher auf meinem Kopf landeten. Da war das Konzert von Eluveitie im April geradezu harmlos.