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Die Dropkick Murphys treten im Volkshaus mit nicht weniger als drei Vorgruppen auf und laden das Publikum auf die Bühne ein: Bericht über ein Konzert, schweissnasse, nackte Oberkörper und fliegende Bierbecher.

Es ist nicht so, dass Bryan McPherson als Support Act nicht genug Power gehabt hätte. Der Bostoner, der auf früheren Tours mit den Dropkick Murphys schon wegen seiner Ansichten und Angewohnheiten als Vorgruppe gesperrt wurde, spielt einfachen, authentischen Folk-Rock, hat eine Stimme, die den Strapazen, denen er sie aussetzt, tapfer standhält und ist als kleiner Typ im karierten Hemd ein Sympathieträger schlechthin. Schneller als einem lieb ist, räumt der Amerikaner die Bühne für die eigentlichen Iren des Abends mit dem aussagestarken Namen Blood or Whiskey, die einem geradezu Angst machen würden, hätte man nicht schon im Publikum einige obskure Gestalten erblickt. Die am verrücktesten aussehenden Exponenten der radikalen Folk-Punk-Band waren dabei die genialsten, während Sänger und Gitarrist Dugs Mulhooly mehr mit bösen Blicken als guten Riffs und Tönen um sich warf.

Akkordeonistin aus der Hölle

The Mahones, die schliesslich als letzte Vorgruppe auftraten, waren noch einmal ein ziemliches Stück näher an dem raffinierten Sound der Dropkick Murphys. Die Kanadier Finny McConnell, seine Frau Katie «Kaboom» McConnell und ihre Band verstanden es vorzüglich, das Publikum auf den Hauptact vorzubereiten. Schade nur, dass die Technik nicht so richtig mitmachte; Katie McConnells Akkordeonspiel, das nur schon unglaublich gut aussah, hätte auch sicher gut geklungen, hätte man es denn gehört.

Ganz viel Liebe für die Musik

Endlich traten dann kurz vor zehn, mehr als drei Stunden nach der Türöffnung, die Stars des Abends hinter die Instrumente. Was Bryan McPherson versprochen, Blood or Whiskey eingeleitet und die Mahones auf ein höheres Level gehoben hatten, wurde dem Publikum nun gnadenlos entgegengeschmettert. Das Volkshaus war zum Bersten gefüllt mit Punks, Hardrockern und gut angezogenen Flegeln. Die Bierbecher flogen, die Menge johlte; gnädig spielten die Amerikaner sowohl Unbekannteres wie auch alle Must-Hears von Rose Tattoo bis Johnny I Hardly New Ya. Zwei Dinge sind nach diesem Abend sicher: diese Musiker lieben ihre Musik, und die Fans lieben die Musik genauso. Dropkick Murphys sind der lebende und rockende Beweis dafür, dass man kein gebürtiger Ire sein muss, um diese grandiose, überirdische Musik und die ihr innewohnenden, lebensbereichernden Botschaften in die Welt hinaus zu tragen.