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Auf ihrer Tour namens «Die bunte Seite der Macht» machten SDP am Mittwochabend auch im Zürcher X-Tra Halt. Obwohl ich die Band mit ihren frechen Lyrics spitze finde, hat mich der Auftritt nur in gewissen Punkten überzeugt.

Ein wenig war ich schon geschockt, als ich kurz nach 20:00 Uhr im Zürcher Xtra fürs SDP Konzert parat stand. Die Halle war bis in die hinterste und letzte Ecke gerappelt voll und ans nach vorne Kommen, war kaum mehr zu denken. Ein kurzer Check im Internet bestätigte mir: Die Bude war ausverkauft. Hätte ich echt nicht gedacht!

Und auch SDP meinten, dass es schon krass sei, so viele Menschen an einem Mittwochabend an ihrer Show anzutreffen. Man könnte ja auch was Besseres mit seiner Zeit machen; zum Beispiel ein Buch lesen, TV schauen, Schlafen oder Sex haben. Irgendwie kam mir dieser Spruch bekannt vor und ich meinte im Vorfeld gelesen zu haben, dass sie auch mit den Ärzten verglichen werden. Nicht nur der Spruch, sondern das ganze Show-Konzept scheint auf jeden Fall deutliche Ähnlichkeiten zu haben. Die beste Band der Welt vs. die bekannteste unbekannte Band der Welt. Nur schienen mir ihre Sprüche, Witze und Sticheleien nur halb so unterhaltsam und etwas gekünstelt.

Dass die Showmacher von SDP kreativ aber doch allerhand drauf haben, zeigten sie mit dem Song-Glücksrad. Das riesen Ding hatte verschiedenste, vor allem ältere Songs drauf und der Zufall entschied, was sie spielten. Auch zwei Minuten Pause wäre eine Option gewesen.

Und auch als sich das Konzert zu Ende neigte, brachten sie nochmals was Aussergewöhnliches zum Schmunzeln.  Sie meinten nämlich, egal welchen Song sie zum Schluss spielen würden, jeder gehe am Ende wahrscheinlich enttäuscht nach Hause, weil es nicht genau der war, den er oder sie sich persönlich gewünscht hätte. Die Lösung? Alle sollen auf drei einfach ihren Wunschsong singen respektive auch die Bandmitglieder mit ihren Instrumenten spielen. Das Resultat? Übelste Katzenmusik!

Von der Sound war ich insgesamt nur mässig überzeugt. Der Bass hätten sie definitiv etwas runterschrauben können und manche Songs klangen einfach wie ein grosser Einheitsbrei. Wahrscheinlich lag die allgemein verminderte Soundqualität auch daran, dass ich wirklich in den hintersten Reihen stand und das Publikum echt viel gequatscht hatte. Und wenn man dazu mit 1,58 m Grösse fast nichts sieht, hätte wohl fast jeder Künstler etwas schlechtere Karten gehabt eine super  Bewertung für die Show zu erhalten. Immerhin liess die Songsauswahl, nach meiner Meinung, keine Wünsche übrig. Von ruhigen, herzzerreissenden Schnulzen bis zu ihren Partykrachern spielte SDP sich durch ihre bunte Welt.