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Die Unikom-Radios überraschen mit einem Coup: Sie senden auf einem eigenen DAB+-Netz. Das ist nicht nur ein grosser Erfolg für die nicht-kommerziellen Stationen, sondern auch eine hervorragende Nachricht für die Musikschaffenden. Ein Kommentar.

Negative White berichtete heute über das neue DAB+-Netz namens „Limus“, das von den Unikom-Radios betrieben wird. Die UKW-Frequenzen sind ein Auslaufmodell. Alle wissen es, doch so richtig wahrhaben will man es noch nicht. Doch nicht nur das neue Sendenetz klingt vielversprechend und hat bereits die Aufmerksamkeit des Piraten a.D., Roger Schawinski, erregt.

Alternative zu iTunes und Spotify

Open Broadcast hat gemeinsam mit anderen Unikom-Radios eine eigene Musikdatenbank aufgebaut – ursprünglich als Protest gegen das Music Promotion Network (MPN) der Major-Label. Mitte Juni ist der Startschuss für die Unikom-Plattform geplant. Der Clou: Nicht nur Radios haben darauf Zugriff, sondern auch gewöhnliche Musikkonsumenten. Man kann kaufen und streamen. Entsteht hier eine faire Alternative zu den Giganten iTunes und Spotify?

Es scheint, als wage Unikom die nächste Konfrontation als David gegen Goliath. Nachdem man sich erfolgreich dem MPN verweigert hat, sagt man also den grossen digitalen Musikhändlern den Kampf an. Wenn hier die Möglichkeit für alternative Musik entsteht, sich fair anbieten zu können, dann steigert sich die Bedeutung von Unikom immens. Denn heute verdienen die kleinen Labels und ihre Künstler so gut wie nichts mit den Streams. Andreas Ryser von Mouthwatering Records rechnete auf Facebook vor: 0.002416 Euro pro Stream für die Musiker und Bands des Labels im 4. Quartal 2013.

Wenn das Konzept der neuen Plattform aufgeht, dann leistet Unikom der alternativen Musikszene einen Bärendienst. Neben Journalisten und Redaktionen über den gleichen Kanal auch die Fans zu erreichen, klang bis vor kurzem noch wie eine verrückte Utopie. Doch nun kann man den Sommer gespannt erwarten. Erste Details werden sicherlich im morgigen 1. Mai-Special auf Kanal K zu erfahren sein.