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Es ist kurz nach 19 Uhr. Das Werk21 ist noch ruhig. Nur die Veranstalter und ihr Team wuseln umher und bereiten alles für die Türöffnung vor. Erstmals seit 2011 sind The Exploding Boy wieder in der Schweiz. Das Warten hat sich gelohnt.

The Exploding Boy sorgten für Stimmung im Werk21 (Foto: Sacha Saxer)

The Exploding Boy sorgten für Stimmung im Werk21 (Foto: Sacha Saxer)

Es ist düster im steinernen Gewölbe. Ein paar Kerzen flackern, doch die Bässe dröhnen durch den Raum. Die Lungenflügel vibrieren. Dichter Nebel schabbt vom Bühnenrand, durchzuckt von Lichtblitzen. In der Dunkelheit zeichnen sich zwei Silhouetten ab: Veil of Light.

Im Nebel verloren

Rund 50 Besucherinnen und Besucher stehen vor der niedrigen Bühne. Doch zwischen Veil of Light und Publikum klafft die bekannte Schüchternheits-Lücke. Das ist nicht weiter tragisch. Die Band ist derart apathisch. Ihre Musik lässt keine Schweisstropfen durch die stickige Luft spritzen. Es sind dunkle und spährische Klänge. Hallende Trommelschläge und eine sich im undurchdringlichen Nebel verlierende Stimme. Veil of Light sind gut. Man sollte sie im Ohr behalten. Doch waren sie die richtige Vorband für das, was danach kam?

Langerwartetes Wiedersehen

Eine gefühlte Ewigkeit war es her, dass The Exploding Boy das letzte Mal diese Bühne bestiegen (Negative White berichtete). Die schwedischen Post-Punker legten etwas verhalten los. Kurz darauf nahmen sie aber Fahrt auf, sie explodierten. Die neuen Songs aus dem Album Four fügten sich ausgezeichnet in das Set ein. Hin und wieder streuten die vier Musiker ruhigere Stücke wie Scared to Death ein, nur um gleich wieder das Gaspedal bis zum Anschlag durchzudrücken. Schlag auf Schlag spielten sie durch ihre bisherigen vier Alben.

Schon vorbei?

Nach nur knapp 45 Minuten stapften die Jungs wieder von der Bühne. War es das schon? Nein, die Band hatte sich gerade erst warm gemacht. Sie krachten nochmals genauso lange weiter. Nun flogen die Schweisstropfen, explodierten in den frenetischen Melodien. Tanzend, hüpfend, kreisend und sich in die Arme fallend, feierte Zürich zu den Sweet Little Lies. Einzig die bunte Zirkus-Beleuchtung störte das Gesamtbild. Aber was will man machen, wenn kein Lichttechniker vor Ort ist…
Das Konzert war überraschend gut besucht, nachdem es selbst eine Stunde nach Türöffnung noch nicht so rosig ausgesehen hatte. Was zog die Menschen am Donnerstag in diesen schummrigen Club? War es das langerwartete Wiedersehen mit The Exploding Boy? Oder war es ein Beweis für eine Tatsache: In den Events von The Graveyard Scene steckt Herzblut und Qualität.