Die Prophezeiung, dass es keine Tickets mehr für das Konzert von Papa Roach und Stone Sour mehr gibt, ging schon Wochen vorher in Erfüllung. Das Komplex war schon bei der Vorband Hounds zum Bersten voll und was die Platzverhältnisse betrifft, wurde es zu späterer Stunde nicht besser. Dafür steigerte sich der Abend musikalisch über den Horizont hinaus bis in die in die Stratosphäre mit Papa Roach und direkt zu den Rocksternen mit Stone Sour.

Die Rockband Hounds aus England – angepriesen als Special Guests – spielte, was das Instrumentale betrifft, bewegende Riffs, krachende Drumeinlagen, doch der Sänger war leider alles andere als hörenswert. Ein Stimmenwechsel zu einer erotisch tieferen Stimmlage und das Orakel würde dem Rest der Band eine solide Karriere prophezeien.

Wer Papa Roach schon live erleben durfte, weiss, die Jungs gehen immer mit 200% Kraft voraus. Von Anfang an brachten sie Stimmung in die bisher lahme Bude. Die US-Amerikanische Alternative Rockband lebt für die Musik und ihre Fans mit ihnen. Soweit es der Platz zuliess, hüpfte die Masse wie wild herum und johlte kräftig mit. Was mich am meisten verwundert hat, dass Papa Roach das Konzert mit Burn von ihrem zweitletzen Album eröffnete. Songs von ihrem neuen Baby The Connection gab es genau so wenig wie von ihren grössten Hits. Klar wurde Still Swinging und Last Resort gespielt, aber ein Song wie Broken Home oder She Loves me not fehlten. Ein grosses Pfui geht aber an dieser Stelle an die Tontechniker. Jacoby Shaddix hat sowieso eine unspektakuläre Live-Stimme, aber mit etwas mehr Dampf seitens Tontechniker, brachten andere Konzertveranstalter die Band schon um einiges besser heraus.

Nachdem die schwitzende Masse kurz abkühlen durfte, ging es mit dem Haupt Act Stone Sour weiter. Corey Taylor ernte schon bevor er etwas geleistet hat einen tosenden Applaus. Er genoss es sichtlich von unten wie auch von den oberen Balkonplätzen angehimmelt zu werden. Er hat sich das aber definitiv verdient. Sein Projekt Stone Sour stand lange im Schatten seiner Band Slipknot, doch der rockige Cocktail muss sein Licht echt nicht mehr unter den Scheffel stellen. Die Masse war zwar bei ihrem Auftritt nur noch halb so enthusiastisch am herumhüpfen wie bei Papa Roach, aber das lag wohl an der mangelnden Ausdauer. Ein absolutes Highlight war die Solo Einlage, bei der er das wunderschöne Lied Bother gefühlvoll spielte und immer wieder künstliche Pausen machte, bei denen die Fans völlig ausflippten.

Wer sich zum Schluss noch ein trockenes Fan-Shirt kaufen wollte, der musste ziemlich tief in die Taschen greifen. Satte 50 Franken wurden verlangt. Und so verliessen wohl viele erschöpft und durchnässt, aber absolut glücklich den Komplex.