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Mit dem neuen Album «The Last Stand» im Gepäck touren Sabaton zusammen mit den deutschen Urgesteinen Accept und den Fantasy Power Metallern Twilight Force um die Welt und machten am 3. Februar Halt in der St. Jakobshalle in Basel. Mit diesen drei Bands stand schon vor dem ersten Ton fest, dass die Besucher mächtig was auf die Ohren kriegen würden.

Nach dem mässigen Auftritt am letztjährigen «Allmend Rockt» in Luzern hatten Sabaton ein ganzes Stück Arbeit vor sich, ihren Ruf als grossartige Live-Band wiederherzustellen. Denn dass sie dies zumindest in kleinen Clubs waren, hatten die Schweden vor ziemlich genau einem Jahr auf ihrer «Heroes-Tour» bewiesen, als sie gleich viermal Halt in der Schweiz machten. Dies war eine Idee von Bassist Pär Sundström, die er damit begründete, dass nicht alle Fans, besonders die jüngeren, weite Strecken an die Konzerte fahren könnten, und dass die Band so mehr neues Publikum erreichen könne. Das Konzept schien aufgegangen zu sein, drei der vier Konzerte waren im Nu ausverkauft.

Start unter erschwerten Bedingungen

Leider mussten die wie Sabaton ebenfalls aus Falun stammenden Twilight Force  mit reduzierter Kraft – sowohl akustisch wie auch optisch – spielen. Da hatte wohl jemand Angst, die Truppe würde die anderen Bands schlecht aussehen lassen. Diese Beschränkungen von Licht und Ton bei Supportacts sollten endlich aufhören; sie sind ein Schlag ins Gesicht der Musiker.

Doch die Jungs von Twilight Force, die nie ihre wahren Namen angeben und nur unter ihren Pseudonymen bekannt sind, spielten trotz allen Hindernissen mit viel Freude. Der Vergleich zu Luca Turilli’s Rhapsody drängte sich immer wieder auf und ihre Show hatte etwas von einem World of Warcraft-Cosplay – sehr unterhaltsam. Während der Show von Accept standen die sechs Mitglieder von Twilight Force am Merchstand für Fotos und Autogramme bereit, was ihnen weitere Sympathiepunkte einbrachte.

Auf der Bühne donnerten währenddessen die Riffs der Solinger aus den Boxen. Ob sie das Publikum, dass erwartungsgemäss von Sabaton-Fans dominiert wurde, von sich überzeugen könnten, ist ungewiss. Die Stimmung war zwar schon etwas besser als bei Twilight Force, was aber sicher auch am Bierkonsum lag. Wen sie allerdings überzeugen konnten, waren die Fotografen, vor denen sie sich andauernd in Pose warfen und mit den Kameras spielten. Mir persönlich waren sie nach dem spassigen Rollenspiel der Schweden etwas zu langweilig, der Funke wollte einfach nicht rüberspringen.

Feuer Frei!

Dann stand die grosse Frage an, ob Sabaton den Ruf als eine der besten Liveband wieder zurückerobern könnten. Nach Luzern und dem mittelmässigen The Last Stand war Skepsis angebracht. Doch gleich nach den Intros In the Army Now und The March to War stürmte die Truppe, wie üblich in Camopants auf die Bühne und legten mit Ghost Division, dem stärksten Opener des Quintetts seit 2008, los.

Die Spielfreude der Schweden schwappte sofort auf das Publikum über. So durfte es weitergehen. Und das ging es auch. Natürlich mit Songs des aktuellen Albums und Verkleidungen. Bei Sparta beispielsweise kam Joakim als Leonidas aus 300 daher und bei Carolus Rex – leider in der englischen Version – mimte er den schwedischen Herrscher mit einem blau-gelben Mantel. Dies sorgte für Abwechslung und die Frage, was er sich wohl als nächstes einfallen lassen würde.

Insgesamt spielten sie ein bunt gemischtes Set mit einem Fokus auf den neuesten Alben, wobei aber der Klassiker Primo Victoria, der den Zugabenblock eröffnete, nicht fehlen durfte. Aber so richtig Spass machte die gigantische Pyro-Show, mit der Sabaton Rammstein Konkurrenz machen könnte. So ein Feuerwerk hätten sie letztes Jahr auf ihrer Tour nicht abbrennen können.

Mit diesem grandiosen Auftritt entschuldigten Sabaton den Durchhänger letzten Sommer und auch das nicht wirklich überzeugende letzte Album komplett und machten Laune auf das nächste Konzert. Die Fotos von Christian Saladin tun ihr übriges dazu: