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Burning Phoenix Concerts & Promotions und Nach(t)brand luden zu einer ausgelassenen Gothic-Party mit lokalen und internationalen Highlights. Neben The Troika und Das Fortleben standen die Niederländer von Clan of Xymox auf dem Programm. Der Abend zeigte, dass es nicht viele Besucher braucht, um eine grossartige Stimmung erzeugen zu können.

Ronny Moorings von Clan of Xymox (Sacha Saxer)

sax. Ein Abend voller Gegensätze erwartete die Besucher des Clan of Xymox-Konzertes. Die Schweizer Formation The Troika eröffnete den Abend und erfüllten ihre Erwartungen, doch die waren angesichts ihres Kontrasts zum Main-Act eher tief gesetzt. Als Support-Act für Clan of Xymox war der schwerfällige Sound von The Troika für viele eine zu deftige Kost. Das Duo ist eine Band zum Geniessen, eine Band für Leute, die sich Klängen jenseits des Mainstream öffnen können. Die Band hat definitiv einige Fans und hat an diesem Abend auch bestimmt weitere dazu gewonnen, doch sie passen mehr in das Ambiente eines gemütlichen Wochenendausklangs an der Nach(t)brand im Werk21, denn als Vorband einer eher rockigen Elektro-Kombo. Ich hoffe, sie dort demnächst mal sehen und hören zu können.

Der nächste Kontrastpunkt stand mit Das Fortleben auf dem Programm: eine musikalische und lyrische Lesung. Wer jetzt denkt, dass sowas ja wohl gar nicht ins Vorprogramm eines Konzerts passt, der kennt Das Fortleben nicht. Die poetisch vorgetragenen Lesungen von Luke Rafka wurden musikalisch divers untermalt und erzeugten so ein eine ganz andere Form von Lesung. Lukes teilweise theatralische Darbietung der Texte harmonierten perfekt mit der akustischen Begleitung, die von ruhig bis treibend nichts ausliess. Leider war der Ton nicht besonders gut abgemischt, so dass es zeitweise beinahe unmöglich war, Lukes Worten zu folgen – die Bässe der Musik dröhnten einfach über sie hinweg. Schade, denn die Inhalte wären mehr als hörenswert. Es bleibt zu hoffen, dass man Das Fortleben demnächst in einem etwas ruhigeren Rahmen nochmals erleben darf.

Doch der eigentliche Höhepunkt des Abends war natürlich der Auftritt der Niederländer von Clan of Xymox. Auch wenn sie nur als Trio auftraten, xx fehlte aus mir unbekanntem Grund, und man problemlos doppelt so viele Besucher hätte erwarten können, spielten sie gut gelaunt ihr Set, das bei ihren Fans kaum Wünsche offen lies. Das Publikum dankte es ihnen dadurch, dass praktisch alle im Saal tanzten und die offenen Flächen für sich nutzten. Die Band gab zwei Zugaben, bevor sie sich endgültig verabschiedeten – ein grosses Lob für das tanzende Publikum, denn die Niederländer sind sich eigentlich vollere Säle gewohnt. Besten Danke an Clan of Xymox, auch vor gut 100 Gästen genauso professionell aufzutreten wie in einer ausverkauften Halle.

Fotos: Sacha Saxer