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Ihr Name ist La Petite Rouge. Sie ist eine Newcomerin aus Deutschland. Ihre Musik ist elektronisch, selbstproduziert und überlegt. Anfang Dezember besucht sie Bern. Und dies hier ist der Versuch, sie und ihre Musik zu fangen. Seht genau hin und hört noch besser zu.

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Mehrdeutig und geheimnisvoll – La Petite Rouge (Foto: Felix Bouché)

Antonia kommt aus Karlsruhe. Ihre Haare sind rot, ihre Haut leuchtet und ihre mandelförmigen Augen lassen sie immer ein wenig nachdenklich und verträumt wirken. Ein wenig feenhaft, nicht von dieser Welt. Antonia sieht so aus, wie ihre Musik klingt.

Sie nennt sich La Petite Rouge. Wegen ihren Haaren und weil sie die französische Sprache liebt. «Französisch spricht man nicht einfach», sagt sie, «Französisch fühlt man.» Ihr gefällt der Klang. Und, nicht zu vergessen, der französische Stil – dieses Elegante, Schwarz-Weisse – wie auf alten Fotos von Pariserinnen mit ausladenden Hüten und Zigaretten. Mehrdeutig und geheimnisvoll. So wie Antonias Musik.

«Viele Menschen sehen Schwarz als negative und Weiss als belanglose Farbe, aber in meinen Augen symbolisieren Schwarz und Weiss Unendlichkeit. Meine Musik soll Schwarz-Weiss sein.» – La Petite Rouge

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Bild: Wikimedia Commons

 

Petite Rouges Musik, die sie selber schreibt, aufnimmt, mischt und produziert, ist eine gut durchdachte Mischung aus Elektro und Indie-Sounds. Ihr wichtigstes Stilelement: Schlichtheit. Die Texte; repetitiv. Ihre Stimme; auf eine zerbrechliche, rehscheue Art sinnlich. In ihrer Musik kann man sich verlieren. Oder wiederfinden?

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Bild: Wikimedia Commons

«Stimmung erschaffen, Gefühle wecken – das ist der Mittelpunkt von Musik. Alles dreht sich um die Frage, was für Gefühle ein Song bei den Zuhörern auslösen soll und welche er tatsächlich auslöst.»
– La Petite Rouge

Musik braucht einen Sinn, muss eine Geschichte erzählen, braucht Symbolik. Ob autobiographisch oder gesellschaftskritisch, ihre Songs hätten alle eine Botschaft, sagt Petite Rouge. Manchmal erkenne sie diese auch erst, nachdem der Song schon geschrieben sei.

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Bild: Wikimedia Commons

«The truest expression of a people is in its dance and in its music. Bodies never lie.»
– Agnes de Mille

«Ich bin keine Rampensau», sagt Antonia. Städte und grosse Menschenmassen empfinde sie als anstrengend. Sie liebt die weite Natur, Wälder und freie Felder. So klingt auch ihre Musik, nach Wäldern im Nebel und nach dem Rauschen in Muscheln. Wenn man die Augen schliesst und zuhört, verfällt man leicht in Trance.

 

«Sie nimmt seine Hand, legt sie auf ihre Wange und atmet tief ein. Tränen stehen in ihren Augen und er nimmt sie in die Arme. Ein lauter Knall ertönt und gleich darauf fallen dicke, blutrote Tropfen vom Himmel. Die Silhouetten der beiden verschmelzen ineinander und schon bald sind sie im Boden versunken.» Auszug aus der Geschichte Raila von La Petite Rouge.

 

 

https://soundcloud.com/jesuispetiterouge/gun

https://soundcloud.com/jesuispetiterouge/danger-is-my-only-lover