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Die Punk-Hardcore-Band Rise Against war letzten Freitagabend zu Gast in der Eishalle in Winterthur. Eine Medaille gewannen die US-Amis mit diesem Auftritt definitiv nicht.

Da ich schon viel Gutes über die Live Auftritte von Rise Against gehört hatte, liess ich mich überzeugen, mir die Punker von Näherem zu betrachten und zwei andere Konzerte links liegen zu lassen. Ich lief voll in den Hammer. Musikalisch war der Abend eher einer zum Vergessen. Es ist bekannt, dass in einer Eishalle nicht die besten Verhältnisse für guten Sound herrschen, vor allem wenn man dazu noch auf der Seite steht, aber akustisch gab es kaum Höhenflüge. Die Stimme von Frontmann Tim McIlrath klang heiser und verzerrt. Der Auftritt lag völlig unter meinen Erwartungen. Da ich Rise Against zum ersten Mal live gesehen habe, liess ich mir diese Aussage von einem Fan bestätigen, dass die Amis auch schon besser waren, beziehungsweise klangen.

Schade, denn die Setlist war abwechslungsreich aufgebaut – von fetzigen Punkrockstücken bis zu eher ruhigeren Balladen. An Energie fehlte es auf der Bühne grundsätzlich auch nicht und an Publikumsinteraktion mangelte es genau so wenig. Die Fans wären dadurch wohl ebenfalls bereit gewesen für ein schweisstreibendes Punk-Konzert. Es schien zumindest genügend gute Voraussetzungen für einen gelungenen Konzertabend zu haben. Doch leider flachte die Stimmung nach anfänglichen Wellen der Begeisterung immer wieder ab. Verständlich, wenn man sich auf einen Lieblingssong freut und es dann einfach nur schief klingt.

Natürlich hatte es aber auch einige Fans in den vordersten Reihen, welche abgingen – komme, was wolle. Den Lieblingen wird wohl auch im Punk alles verziehen. Dass Tim McIlrath Musik, den Punk, alle Subkulturen und vor allem seine Fans liebt, bemerkte er in einer speziellen, mir in Erinnerung gebliebenen Ansage. So meinte er, dass sie genau aus einem Grund an diesem Abend da waren: «All because of you.»

Immerhin kann man sich da ja mal geehrt fühlen.