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Beinahe in die Hose gepinkelt, bin ich endlich an der Reihe! Vor der langersehnten Erleichterung noch ein Stossgebet: Bitte, die Dame vor mir hat bitte nicht auch noch gekackt … Luft anhalten und ab in die Horrorszenerie.

Nein, ich red‘ hier nicht vom totgetratschten Thema, weshalb Frauen immer zu zweit auf die Toilette gehen. Und auch nicht davon, wie nervtötend es ist, sich an Partys in eine nie zu enden scheinende Schlange einzureihen, nur damit man sich schon 30 Minuten vor dem eigentlichen Toilettengang mit dem Thema auseinandersetzen darf, ob man nun muss oder eben nicht. Das, was mir am meisten abverlangt, ist der eigentlich erleichternde Punkt in der Geschichte: Wenn ich nun endlich an vorderster Front, als Nächste an der Reihe bin, kommt alles andere als Entspannung im lang ersehnten Moment.

Ich kann nur an meinen Alkoholpegel appellieren und hoffen, er verleiht mir die benötigte Ignoranz und Muskelkraft in der Oberschenkelgegend. Dazu bedarf es den meisten männlichen Lesern womöglich einer kleinen Erklärung. Es ist nämlich so, dass Frau ganz schön viel WC-Papier nimmt, damit ihr galantes Gesäss nicht in Berührung mit den vermeintlichen Bakterien der Vorgängerin kommt. Dies vermeidet sie mit einer gut gemeinten Schicht Papier zwischen WC-Sessel und ihr. Das Ganze hat zur Folge, dass ziemlich bald alle Rollen geleert sind. Und ab 22 Uhr ist die Toilette wohl kaum wegen fehlendem Papier nur noch im Stehen benutzbar, sondern weil es den meisten Damen in schwebender Sitze an einer gehörigen Portion Treffsicherheit fehlt.

So kann ich im folgenden Moment nur noch bitten, dass ich (und auch die Dame vor mir) neben Pinkeln nicht auch noch kacken muss. Und wenn ich mein Glück an dieser Stelle noch nicht ausgereizt haben sollte, gibt es leider auch noch weitere zu erwähnende, niedrige Trefferquoten, wie den Tamponwurf in den Mistkübelsack oder das Bier, das weder in der Magengrube, noch in der Toilettenschüssel verweilen will. So kann der Gang auf die Toilette schnell mal in eine Szene eines Horrorfilms abdriften, klebriger Boden und blutverschmierte Wände. Und genau hier hört es auf, egal wie gut trainiert meine Schenkel sein mögen, ich hasse Horrorfilme, ich vertrag sie einfach nicht!