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In Dübendorf wird ein Endspurt hingelegt: Die Samsung Hall ist bald bereit für die Einweihung. Wir haben uns die Halle bereits vorher angesehen.

Es wird gehämmert, gebohrt, geschraubt. Ein gewöhnlicher Montagnachmittag auf einer Baustelle. An der Hoffnigstrasse 1 in Dübendorf – ein Steinwurf vom Bahnhof Stettbach entfernt – entsteht die Samsung Hall, die neuste Konzerthalle der Schweiz. «Es wird für die nächsten Jahre sicher die modernste Location des Landes sein», sagt die Medienverantwortliche Annina Tzaud, während durch die grosse Halle schreitet. Tzaud war zuvor für den Veranstalter Good News in der Kommunikation tätig und wechselte im Mai letztes Jahr zur Samsung Hall.

Überall steht Material, an allen Ecken und Enden wird gearbeitet. Mit Hochdruck, denn bereits am 27. Januar findet hier die Eröffnung statt. Die Architektur des neuen Event-Komplex ist schlicht und modern. Die Technik, die verbaut wird, ist auf dem neusten Stand und entspricht den maximalen Erwartungen der Bands.

Die grosse Halle mit Blick Richtung Bühne. An der hohen Wand wird noch eine 120 Quadratmeter grosse LED-Wand aufgebaut. Bild: Janosch Tröhler

Ein «Lückenfüller»

In der Halle ist es trotz der voranschreitenden Arbeiten erstaunlich leise. «Der Raum wurde explizit auf Konzerte ausgerichtet», erklärt Tzaud weiter und weist auf die Schall-dämmenden Holzpanels auf den Seiten hin. Es ist der Vorteil der Samsung Hall: Ein Gebäude, das neu gebaut wird, kann explizit auf den Zweck hin geplant werden. Somit ist die Akustik ein grosser Pluspunkt, das die neue Halle gegen die Konkurrenz vorweisen kann.

Wobei: Schaut man sich die Zahlen an, steht die Samsung Hall mehr oder weniger konkurrenzlos da. Der grosse Saal fasst bis zu 5000 Personen. Damit füllt die Samsung Hall die Lücke zwischen Hallenstadion und Locations wie dem Volkshaus Zürich oder dem Komplex 457.

Neben dem Saal, der sogenannten Hall, bietet das Gebäude zwei weitere Räume: Die Loft, ein hoher und heller Raum mit fast 600 Stehplätzen, und der Club, der sogar 800 Besucher fassen kann. Theoretisch können an einem Abend drei unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden, ohne dass sich die Leute in die Quere kommen.

Kritik im Vorfeld

Die Visualisierungen geben einen ersten Eindruck davon, wie der ganze Komplex am Ende aussehen soll. Alles ganz schön geschniegelt. Auf die Eintrittspreise hat das keinen Einfluss, sagt Tzaud: «Die Preise werden von den Veranstaltern festgelegt.»

2008 entstand das Projekt für die Halle, im August 2015 erfolgte der Spatenstich. Die beiden Hauptinvestoren sind Peter Habegger und der SVP-Politiker Hans-Ulrich Lehmann, dem auch das Riverside Hotel im Zürcher Unterland gehört.

Die Holzpanels fördern die Akustik. Bild: Janosch Tröhler

In der Kritik stand die Samsung Hall insbesondere deswegen, weil die Freikirche ICF als Sockelmieterin fungiert. «Ein Sockelmieter ist für uns sehr wichtig, denn wir erhalten keine Subventionen von der Stadt», führt Tzaud aus. Es sei viel geschrieben worden, oftmals ohne irgendeine Kontaktaufnahme. Das Online-Portal «watson» titelte im August 2016 gar «Samsung sponsert Halle für Schweizer Freikirche ICF». Das ist eine bis an die Grenze der Lächerlichkeit zugespitzte Aussage. Denn zuvor war der ICF in der Maag Halle bei der Hardbrücke eingemietet. Da hat kein Hahn danach gekräht. «Wir sind als Halle nicht politisch», sagt Tzaud.

Dass der ICF keinen Einfluss auf das Programm der Halle nehmen kann, sei selbstverständlich, sagt Tzaud. Es handle sich um ein ganz normales Mietverhältnis. Ein Blick auf das bisher veröffentlichte Programm bestätigt das: Andernfalls würden Heaven Shall Burn dort kaum auftreten.

Unter der weissen Plastikfolie versteckt sich eine Tribüne. Innerhalb von sechs Minuten ist sie ausgefahren – samt Stühlen. Bild: Janosch Tröhler

Akustik, aber auch Kulinarik

Gespannt sei sie vor allem auf die Metalszene, verrät Tzaud. Mit den Metalheads ist sie bereits bei Good News in Kontakt gekommen. Nun ist sie neugierig, wie die Anhängerinnen und Anhänger der lauten Klänge die Halle aufnehmen.

Überzeugen will man die Musikfans nicht nur mit der Akustik, sondern auch mit der Kulinarik. Die Samsung Hall beherbergt ein eigene Bistro. In der Küche werden diverse Snacks frisch zubereitet. «Da werden wir natürlich auf den jeweiligen Anlass Rücksicht nehmen. An einem Metalkonzert müssen wir keine Cüpli servieren», sagt Tzaud. Und dass das Bier mal ausgeht, ist eher unwahrscheinlich: Im Keller steht ein riesiger Tanz, der sämtliche Bars per Leitung bedient. Bleibt zu hoffen, dass es nicht zu schal wird.

Tzaud schreitet vorbei an mehreren Garderoben. Hier ist er also, der ominöse Backstage. Fotografieren durften wir die Räume leider nicht. Gleich neben dem Backstage sind die Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Samsung Hall. Auch ein Production Office für den jeweiligen Anlass befindet sich auf dem gleichen Stockwerk.

Schon nah am Ziel

Die Halle muss rentieren. «Wir haben uns als Ziel 100 Corporate Events und 100 Public Events gesetzt. Wir haben bereits jetzt 40 Corporate und 50 Public», sagt Tzaud nicht ganz ohne Stolz. Neben Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen können nämlich auch Unternehmen die Räumlichkeiten für Anlässe mieten.

Tzaud streift weiter durch die Räume und Gänge. Überall wird noch etwas gestrichen, installiert, fertiggestellt. «Es sieht schlimmer aus, als es ist. Momentan sieht die Baustelle jeden Tag anders aus», meint Tzaud zuversichtlich. Die Eröffnung soll reibungslos über die Bühne gehen.

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Bild: Janosch Tröhler