Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Die acht Mann starke Truppe namens Saltatio Mortis hat es so richtig krachen lassen. Weniger verspielt, als man es vom Gig vor einem Jahr kennt, dafür auf der Spur der ungeschminkten Wahrheit. Sie haben einen mutigen Schritt in eine neue Richtung gemacht.

Artikel 2013-11-11 - Saltatio Mortis

Alea gibt alles auf der Bühne (Foto: Matt Hoffmann)

Die deutsche Mittelalter-Band Versengold kreierten den Auftakt zu diesem Abend. Die Verbindung von historisch anmutenden Texten und moderneren Folkelementen, gepaart mit spürbarem Spass auf der Bühne, brachte die Fans, die sich schon zahlreich vor der Bühne versammelt hatten, richtig gut in Stimmung. Korrekt gewandet gaben Snorre Snorkelfrey, Pinto von Frohsinn, Hengest der Lange, Honsza Sturmgemuet und Paule das Brett ein Lied nach dem anderen zum Besten. Die Sympathie schwappte nur so über und im Nu war der Auftritt vorbei.

Wer gut hinhörte konnte die sich einstimmenden Dudelsäcke hinter der Bühne vernehmen, was den Fans in den vorderen Reihen schon den einen oder anderen vorfreudigen Schrei entlockte. Energetisch stürmten Saltatio Mortis die Bühne. Früher War Alles Besser schuf den rockigen Einstieg in eine rasante Show, die keine Atempause zuliess. Wer also auf friedliches Mittelalter-Geschunkel eingestellt war, musste sich schleunigst umpolen, um mithalten zu können.
Besonders gespannt war ich auf Till Promill. Er ersetzt Herr Samoel der Ende November 2012 die Band verliess und alles andere, als eine kleine Lücke hinterlassen hat. Und ich muss sagen: Till überzeugte auf jeder Ebene. Es schien fast, als wäre er schon immer dabei gewesen. Mutige Solis und das Saltatio Mortis Feeling wurden von ihm transportiert, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Das schwarze 1×1 war natürlich Grundlage für die Show. Mutige Texte wie zum Beispiel bei Wachstum Über Alles sowie das noch mutigere Einsetzen der deutschen Hymne sind Beweis dafür, dass die Band eine klarere Sprache dafür gefunden hat, zu sagen, was sie bewegt. Wie Lasterbalk der Lästerliche im Verlauf des Konzertes auch noch mündlich kommunizierte, sei dies in der heutigen Zeit unumgänglich. Immer wieder gingen den einzelnen Liedern so Erklärungen voraus, was sie denn nun eigentlich bedeuten. Gesellschaftliche Kritik kommt nicht immer gut an. In diesem Falle war sie gut verpackt und doch so ehrlich, dass man um ein bisschen mitdenken nicht rum kam.

Einmal mehr darf man sagen: Das handwerkliche Können ist kaum zu beschreiben. Luzi das L spielt die Sackpfeifen wie ein kleiner Gott, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein ist von der Drehleier nicht wegzudenken. Allein das Lächeln, welches er immer wieder ins Publikum richtet spricht für sich. Bruder Frank am Bass, Lasterbalk der Lästerliche am Schlagwerk, El Silbador der sich auch der Sackpfeifen bedient, der Tambour, und seit neuestem Till Promill an der Gitarre, hier schlägt uns Professionalität entgegen, die man sich bei manch einer anderen Band wünschen würde. Nicht zu vergessen Alea der Bescheidene, der mit seiner präzisen Sprache jeden Zuschauer vor der Bühne fesselt.

Insgesamt war die Show einfach nur rasant und ging Schlag auf Schlag. Der einzige Kritikpunkt meinerseits wäre nun dass einfach der ein oder andere Song aus alten Zeiten gefehlt hat, was aber dem Gesamtpaket von gestern auf keinen Fall Abbruch tut. Die Reise mit Saltatio Mortis wird uns noch viele Überraschungen bieten. Zu hoffen bleibt, dass sie auf dem Pfad bleiben und die Wahrheiten noch breiter fächern, denn das ist es, was die Welt braucht.