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Wenn man Hype hört, kommt einem in diesem Sommer automatisch Pokémon Go in den Sinn. Der Hype zum neuen Sabaton Album «The Last Stand» ist allerdings in Power Metal-Kreisen nicht minder gross und wahrscheinlich auch in etwa gleich berechtigt. 

Sabaton - The Last Stand - Artwork

Das neue Studio-Album von Sabaton wurden von den Fans heiss erwartet. Die Schwedische Power Metal Gruppe ist kontrovers, aber eines muss man ihnen zu Gute halten: Sie sind extrem Fan-freundlich. So haben sie gleich drei Songs des neuen Albums The Last Stand in den Wochen vor dessen Veröffentlichung herausgegeben. Der erste Song – The Lost Battalion – holte auch gleich alle Anhänger der Schweden ab.

Die zweite Single schlug Neuland ein: Blood of Bannockburn führt die Hammondorgel und Dudelsäcke ins Spiel ein. Könnte eigentlich perfekt funktionieren, aber leider klingt es wie eine billige Jahrmarktnummer. Meiner Meinung nach der schlechteste Sabaton-Song bis dato. Allerdings hat er auch etwas positives: Wenn der Song in der Setlist auftaucht, kann man problemlos aufs Klo gehen und Platz für «Noch ein Bier» machen.

Die dritte Single – Shiroyama – ist eine sehr schizophrene Nummer: Auf der einen Seite will sie gefallen, denn die Strophen machen wirklich Laune. Auf der anderen Seite will einem der Chorus einfach nur auf den Sack gehen. Man kommt nicht darum herum, ihn damit zu vergleichen:

Nur schon das Intro Sparta, das zwar mit seinem Synthie-Einstieg irgendwie an Ghost Division anzuknüpfen versucht, aber mehr als nur kläglich daran scheitert, zeigt, dass The Last Stand nicht ansatzweise an Heroes anknüpfen können wird.

Zum Glück liefert The Last Stand auch ein paar grandiose Nummern. Winged Hussars mag zwar der spirituelle Nachfolger von Midway sein, funktioniert aber dennoch tadellos. Der stärkste Track ist aber ganz klar der nicht so triviale und eingängige Song Rorke’s Drift. Auch der Abschlusssong The Last Battle rollt nochmals wunderbar von der Platte und sorgt somit für ein versöhnliches Ende einer durchwachsenen Scheibe.

Sabaton versuchten ein paar neue Wege einzuschlagen,  doch diese schlugen fehl. Auf The Last Stand fehlt eine geniale Ballade with The Ballad of Bull, dafür liefern sie Gimmick-Songs wie Blood of Bannockburn oder Shiroyama. Da hilft es dann auch nicht, dass die Schweiz auch endlich mal mit einem Song bedacht wird. The Last Stand handelt von der Schweizer Garde, die den Vatikan vor einem Angriff der Habsburger verteidigten. Generell sind es auch dieses Mal wieder die Texte, welche das Album retten. Die Truppe um Joakim Brodén schafft es auch auf dem achte Studioalbum immer noch, Geschichte interessant zu erzählen.

Als Sabaton-Fan kann ich The Last Stand echt nur bestehenden Sabaton-Fans empfehlen. Allen anderen würde ich vorher Heroes und Art of War empfehlen, zwei wirklich gute Alben der Schweden.

Release:
18. August 2016

Label:
Nuklear Blast

Tracklist:
01 – Sparta
02 – Last Dying Breath
03 – Blood of Bannockburn
04 – Dairy of an Unknown Soldier
05 – The Lost Battalion
06 – Rorke’s Drift
07 – The Last Stand
08 – Hill 3234
09 – Shiroyama
10 – Winged Hussars
11 – The Last Battle