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Die Kalifornier Rival Sons sind zurück. Im Gepäck ihre fünfte Scheibe «Hollow Bones»: Purer Rock’n’Roll!

(Foto: zvg/Rival Sons)

(Foto: zvg/Rival Sons)

Im Vorfeld durfte man gespannt und gebannt warten, denn die Rockband Rival Sons hat seit ihrer Gründung 2009 einen steilen Aufstieg hinter sich. Die Bluesrocker aus Long Beach lassen feinsten 70s Rock wiederauferstehen. Halleluja! Sie klingen wie Amerikas Antwort auf Led Zeppelin, nur mit gefühlten 40 Jahren Verspätung. Damit könnten sie genauso gut ihre Enkel sein.

Die Band, die von sich sagt, dass sie lieber Clubshows als Stadionrock spielen, treten momentan als Vorgruppe für Black Sabbaths (wirklich?) letzte Tour auf. Als Vorband waren sie auch schon für AC/DC, Deep Purple, Aerosmith, Judas Priest, Kiss und Alice Cooper tätig. Die ersten beiden Songs des Albums, Hollow Bones, Pt.1 und Tied Up, wurden bereits vor einigen Wochen veröffentlicht, die Neugier auf die Platte somit geweckt. Zwei solide Rocksongs, ganz in ihrer schnörkellosen Manier. Stellt sich bloss die Frage, ob die Band einen neuen Meilensteilen setzen kann…

«The most anticipated blues rock album of the year»

Sagt man sich. Thundering Voices lässt an Electric Man erinnern. Kräftige Gitarrensounds vermischt mit einer unwiderstehlichen Hammond-Orgel.

Das Stück würde auch hervorragend zum vorigen Album The Great Western Valkyrie passen, der Refrain wird überraschenderweise dann eher zum Indianerlagerfeuer. Vorsicht, Suchtgefahr! Rasch wird einem bewusst, dass der Drummer Mike Miley einen herrvorragenden Job gemacht hat: Ganz im Stile John Bonhams (aber nur fast, der Meister bleibt immer noch ungeschlagen) lässt er einen zugkräftigen Groove entstehen.

Eine singende Nachtigall

Gesanglicher Höhepunkt bildet sicherlich Fade Out. Der Sänger Jay Buchanan weiss zu überzeugen, er selbst nennt sich «The Singing Bird». Zurecht, denn wie eine Nachtigall verführt, betört oder gar beklagt er, ganz anders als es andere Sänger auf brachiale Art und Weise à la Joel’o’Keefe von Airbourne beispielsweise machen («Whoa hotter than hell, my baby is hot, I’m burning up, call the fire brigade, Oh yeah»).

Eine Offenbarung des Rock’n’Roll

Mit einem Gospelchor wird Black Coffee besungen, das Motto für jeden Montagmorgen. Eine wahre Bluesexplosion. In Hollow Bones, Pt.2 wird ebenfalls Gott angefleht, die Solo-Gesangpassagen ähneln Robert Plant’s Stimmführung (bspw. In My Time Of Dying). Dass die Jungs auf religiöse Symbolik stehen, haben sie mit dem Video von Keep On Swinging vor ein paar Jahren ebenfalls klargestellt.

Die beiden Tracks bilden mit ihrer Abwechslung und mitreissenden Gitarrensolis den Höhepunkt der Scheibe. Der Messias des 70’s Rocks ist zurück! Die Gebete wurden erhört! Ekstase und Euphorie!  Zuletzt gibts noch eine Ballade –  All That I Want bildet zwar einen ruhigen Abschluss, aber an die powervolle Ballade Where I’ve Been aus dem letzten Album kommt sie leider nicht heran.

Eine laute Trauerfeier

Wer ans Black Sabbath-Konzert (15.6.) im Hallenstadion geht, darf sich freuen! Weiterhin touren Rival Sons mit Black Sabbath und begleiten sie auf ihrer letzten Tour in Richtung Beerdigung. Und falls der Rock wirklich tot ist, dann spielen diese Jungs garantiert auch an dieser Beisetzung. In diesem Sinne – Amen!

Rival Sons - Hollow Bones

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Release
10. Juni 2016

Label
Earache Records

Tracklist

  1. Hollow Bones, Pt. 1 (2:52)
  2. Tied Up (3:27)
  3. Thundering Voices (2:53)
  4. Baby Boy (3:37)
  5. Pretty Face (3:23)
  6. Fade Out (4:50)
  7. Black Coffee (5:34)
  8. Hollow Bones, Pt. 2 (6:50)
  9. All That I Want (3:39)