Nach mittlerweile fünf Alben und einer EP hat sich die Zürcher Rockband Redwood entschlossen, dass es Zeit für ein Best-of Album ist. Satte zwanzig Songs und einige Überraschungen sind auf «Fat Chance! Two Decades of Redwood» zu finden.

Artikel 2013-04-24 Redwood-Fat-Chance Artikelbild

 

sax. Best-of Alben sind immer so eine Sache. Für langjährige Fans einer Band bieten sie nichts neues sondern nur eine andere Zusammenstellung bekannter Songs. Dafür zeigen sie neuen Hörern auf einen Schlag einen Einblick quer durch die Bandgeschichte. Damit beide Gruppen auf ihre Kosten kommen, haben Redwood neben sechzehn bekannten Liedern aus ihren fünf Studioalben noch drei neue und einen ganz alten, bisher unveröffentlichten Track zusammengestellt.

Fat Chance! Two Decades of Redwood folgt keinem Muster, die einzelnen Stücke sind aus allen Scheiben gepickt und gut geschüttelt worden. Das war ein kluger Schachzug, denn so ist das Album abwechslungsreicher geworden und – nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass Nicole Kammermann’s Stimme der ihrer Vorgängerin Lesley Meguid absolut nicht ähnlich klingt – erweckt nicht den Eindruck einer langweiligen Best-of CD, sondern wirkt wie die Aufnahme von etwas grösserem. Anfänglich wirkt das etwas irritierend, weil man nicht so recht glauben will, dass dies alles Songs der gleichen Band sein sollen, beim wiederholten Hören des Albums freut man sich aber über die erfrischende Wirkung des unterschiedlichen Gesangs.

Erfreulicherweise haben Redwood nicht nur die grössten Radio-Hits – welche natürlich auch nicht fehlen – aus ihrem Repertoire gepickt, sondern sich für ihre persönlichen Lieblingssongs stark gemacht und dafür gesorgt, dass das Best-of so eine persönliche Note bekommt. Das Resultat ist ein rockiger, sehr tanzbarer Rückblick über das Schaffen der Zürcher. Max The Baker, das älteste, bisher unveröffentlichte Stück, steht in grossem Kontrast zu den neuen Tracks Graceland, Age Of Sunshine und T-Shirt – Redwood hat sich stark verbessert und beweist gerade mit den drei neuen Liedern, dass ihnen noch lange nicht die Puste ausgegangen ist und noch immer frische Ideen in ihren Köpfen rumgeistern.

Während Tracks wie One Trick Ponies oder The Darkest Star vor allem, aber nicht nur, durch die Lyrics zu überzeugen vermögen, laden Up-Tempo Nummern wie Graceland, Bottle oder Year Of The Dog zum Tanzen und feinfühligere Songs wie Glass Train und Apologize zum in Gedanken schwelgen ein.

Ein durchaus gelungenes Best-of Album, das den einen oder anderen Song, den man als Fan eigentlich auf der Scheibe zu finden erwartet hätte, zu Gunsten interessanter, weniger bekannten Stücken vermissen lässt und einen dazu anregt, die ganzen Alben wieder hervorzukramen und durchzuhören.

Release
26. April 2013

Label
TBA

Tracks
01 – Year Of The Dog
02 – Who We Are
03 – Fat Chance (Radio Version)
04 – Oh Yeah?
05 – Apologize
06 – Graceland
07 – The Darkest Star
08 – Age Of Sunshine
09 – Soonish
10 – T-Shirt
11 – Bottle
12 – B-Sides
13 – Burnin’ Up
14 – Woo (Sci-Fi Beat)
15 – One Trick Ponies
16 – The Weight Of The World
17 – Max The Baker
18 – Best Laid Plans
19 – Glass Train
20 – Signs