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Ein sonniger Mittwoch, wir befinden uns im Mascotte – was braucht man, um den Abend stimmig ausklingen zu lassen? Zwei überaus talentierte Bands aus Belgien. Balthazar, der Hauptact an diesem Abend, befinden sich derzeit auf einer ausgedehnten Europatour und haben als Support die Bed Rugs aus ihrem Heimatland mitgenommen.

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Balthazar waren bereits 2013 in Zürich, damals noch als Support für die Editors (Foto: Janosch Tröhler)

 

Die Bed Rugs  (z. dt. Bettvorleger) bestehen aus fünf gutaussehenden jungen Männern, die mit ihren Liedern positive Vibes und teils leicht apathisch angehauchte Melodien zu ihrem Besten gaben. Indie-Sound mit hohem Ohrwurm-Faktor! Dem Schlagzeuger der Bed Rugs gefiel es anscheinend sehr im Mascotte: «Very hot in here… and it’s not just the temperature!» – Nach einer guten halben Stunde verabschiedeten sich die sympathischen Herren, um die Bühne für den heiss ersehnten Auftritt von Balthazar freizugeben. Einzigartig: am Merch-Stand verkauften sie Kassetten (mit Downloadcode für die EP) und verschenkten Feuerzeuge «to spread our name like fire».

Um Punkt 20:30 sorgten die ersten Töne von Decency bereits für den ersten Gänsehaut-Moment. Die paukenhiebähnlichen Anfangstöne haben ihre dramaturgische Wirkung nicht verfehlt. Perfekt für den Auftakt der – erneut – fünf Belgier. Maarten, Jinte, Simon, Patricia und Michiel betreten die Bühne. Weiter geht ihre Show mit dem an die Shout Out Louds erinnernden Then What. Bei den ganzen umfassend perfekten Songs, die Balthazar in den letzten Jahren produziert haben, fällt es schwer zu glauben, dass sie erst sechs Jahre nach ihrer Gründung ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Doch wie sagt man so schön: Gut Ding will Weile haben. Und dieses Ding ist mehr als gut. Balthazar live zuzuhören ist ein äusserst angenehmes Erlebnis – wenn man hört, wie die Fünf aufeinander abgestimmt ihre authentischen Lieder zum Besten geben, merkt man, dass da etwas stimmt. Die Band strahlt während dem ganzen Konzert Gelassenheit aus, scherzt hier und da rum. Maarten, einer der beiden Frontsänger, setzt einmal sogar an, etwas auf Schwiizerdütsch zu sagen, woran er jedoch kläglich scheitert und seinem Bandkollegen nur ein «What?!» entlockt. Vermutlich wusste weder das Publikum noch Maarten, was er da gerade von sich geben wollte.

Die schönsten Momente: Wenn die Instrumente verstummen und die Band acapella die Lieder ausklingen lässt, wie zum Beispiel bei Fifteen Floors, The Oldest of Sisters oder beim wunderbaren Lion’s Mouth (Daniel). Sie haben aber auch bewiesen, dass sie anders können: Bei manchen Liedern drehten sie so auf, dass kein Bein im Mascotte mehr still stand. Sehr überraschend, denn wenn man Balthazar auf Platte hört, würde man es kaum erwarten, dass man an diesem Konzert so viel tanzen würde. Sie wirken live um einiges anders als «nur» auf Platte. Allein das ist ein Live-Konzert der Band wert! Den Abschluss des Konzertes markierte das beinahe 10 Minuten anhaltende Spektakel Blood Like Wine. Es ist Balthazars heiliger Gral, keine Show geht ohne dieses Lied zu Ende. Und zu Recht: Wenn die Bandmitglieder und das Publikum gemeinsam wiederholt und lautstark den Schlussteil mitsingen und dabei ihre Gläser oder Arme in die Luft strecken, bleibt einem nur noch übrig, ein dickes Grinsen im Gesicht und eine minutenlange Gänsehaut zu haben.

Raise your glass to the nighttime and the ways to choose a mood and have it replaced!

P.S.: Balthazar treten diesen Sommer auf dem Zürich Openair auf. Auf keinen Fall verpassen!