Einer der Mitbegründer des Grunge ist von uns gegangen. Chris Cornell ist in der Nacht auf den 18. Mai 2017 unerwartet verstorben – Suizid. Noch wenige Stunden zuvor spielte er in Detroit mit seiner Band Soundgarden ein Konzert.

Nun weilt ein weiterer Gründungsvater des Grunge nicht mehr unter uns: Nach Kurt Cobain (Nirvana), Layne Staley (Alice in Chains) und Scott Weiland (Stone Temple Pilots) verstarb Chris Cornell (Soundgarden, Audioslave) nur Stunden nach einem Auftritt von Soundgarden. Einen Auftritt, den er mit einem Cover von Led Zeppelins In My Time of Dying beendete. Einen Auftritt, der den Besuchern nun wohl für immer in Erinnerung bleiben wird.

Unvergesslich war auch der Auftritt am Greenfield Festival im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums von Soundgarden und seine Performance an der Baloise Session – alleine, nur mit Gitarre und seiner unglaublichen Stimme. Gänsehautmomente!

Chris Cornell war nicht nur ein begnadeter Sänger und Songwriter, dessen Lieder eine ganze Generation beeinflusste. Er war auch Philanthrop. Zusammen mit seiner Frau gründete er 2012 die Chris and Vicky Cornell Foundation, die sich für Kinder in Notlagen einsetzt. Und er litt an Depressionen, obschon es den Anschein machte, dass er sie und seine Drogen- und Alkoholprobleme überwunden hatte. In einem Interview mit Rock’n’Roll Experience 2007 sagte er: «Es hat lange gedauert bis ich erkannt habe, dass es besser ist, nüchtern zu sein. Die Entziehungskur hat, ehrlich, geholfen. Sie hat mich vom täglichen Rumschlagen mit der Depression weggeführt, weg von der Versuchung zu trinken oder Drogen zu nehmen oder nicht zu nehmen. Sie geben dir dort eine ganz einfache Message, die jeder Idiot verstehen kann. Und sie geben sie dir immer und immer wieder. Der Grundgedanke ist, und das ist ziemlich beängstigend für jeden, die Person muss es richtig wollen… nicht nur so ein bisschen wollen, sondern es richtig wollen, diesen Mist nicht mehr zu machen oder du wirst nie damit aufhören und es wird dich schlicht umbringen.»

Seine Drogen- und Alkoholprobleme schien er hinter sich gelassen zu haben, aber die Depression schlummerte wohl unter der Oberfläche weiter. Anders kann man sich seinen Selbstmord nicht erklären.