Innerhalb von fünf Jahren erspielten sich Mumford & Sons eine globale Popularität. Nach dem Debüt „Sigh No More“ erschien letztes Jahr der hochstilisierte Nachfolger. Am 13. März 2013 spielen die Briten in der ausverkauften Festhalle in Bern auf.

jt. Die Erfolgsgeschichte beginnt 2007, als sich die Band um Marcus Mumford formierte und darauf ein Jahr lang die britische Folk-Szene bespielte. Ihr eingängiger Sound fand durchaus Anklang und führte zu einer stetig wachsenden Bekanntheit. Bald waren Mumford & Sons allen ein Begriff, spätestens aber nachdem sie 2008 am renommierten Glastonbury Festival auftreten durften. Die BBC ernannte sie zu den Hoffnungsträgern für 2009. In jenem Jahr veröffentlichten sie ihr Debüt Sigh No More, aus welchem vor allem die Vorabsingle Little Lion Man sich in den Gehörgängen festsetzte.
Im September des letzten Jahres warfen Mumford & Sons dann Babel auf den Markt. Dank der musikalischen Konsequenz waren sie im Herbst mit sechs Songs in den „Billboard Hot 100“ vertreten und stellten damit einen Rekord ein, den die Beatles seit 1964 gehalten hatten.

Das war natürlich für jeden Beatles-Fan ein Grund, ganz heftig in die Tischkante zu beissen. Denn Innovation kann man Mumford & Sons nicht konstatieren. Während das erste Album noch als solider Start in eine vielversprechende Karriere galt, eine Scheibe mit Höhen und Tiefen eben, sind die Engländer nun mit Babel endgültig im Mainstream angelangt. Natürlich, die Single „I will wait“ ist ein Ohrwurm erster Klasse und ein garantierter Live-Knüller. Trotzdem ist es beachtenswert, was der Erfolgsdruck aus der Band gemacht hat. Bereits beim zweiten Album und bloss fünf Jahre nach der Gründung haben Mumford & Sons bereits mit der Eigenrezyklierung  begonnen.
Selbstverständlich blieb der Erfolg nicht aus. Was gestern hervorragend war, ist aufgewärmt noch immer gut. Babel erreichte überall erstklassige Platzierungen in den Hitparaden. Es ist der klare Beweis, dass sich die Band rasant von ihrem Ursprungsort – der Folkszene – entfernt haben, ansonsten würden sie keine Konzerthallen füllen.
Nun steht die Band vor einer weit grösseren Herausforderung als die Fortführung ihres Erfolgs: Sie müssen sich drastisch weiterentwickeln, denn die breite Masse, auf die sie sich nun abstützen, hat keinen Nerv für ständiges Folk-Gedudel – um es mit bösen Worten zu sagen. Mit dem gleichen Konzept kann man vielleicht zwanzig Jahre später nochmals durchstarten.

Nichtsdestotrotz werden Mumford & Sons in der natürlich ausverkauften Festhalle Bern eine gute und bodenständige Show abliefern. Schliesslich beherrschen die Musiker ihre Werkzeuge gut und können mit den so einprägsamen Melodiebögen eine kollektiv euphorische Stimmung erzeugen.
Wirklich spannend wird es aber erst mit den nächsten Schritten, dem dritten Album.

Weitere Infos zur Veranstaltung

Das Konzert vom 13. März 2013 in der Festhalle Bern ist bereits ausverkauft. (goodnews.ch)