Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen des «bandXaargau» traf unsere Reporterin Who’s Panda zum Gespräch.

Die unverkennbare Stimme ist immer noch da. Valentinos Gesang erkennt man aus den Liedern wieder wie bei den früheren Songs, etwa Vultures von 2012. So merkt man, dass es sich um dieselbe Band handeln muss. Wer damals beim Auftritt am «8×15» in Baden dabei war, erkennt dennoch den Stilwechsel. Who’s Panda klingen erwachsener und bedachter. Das neue Album Quiet Man vermittelt Retro-Pop, versetzt uns in die späten 70ies, zurück zu Songs wie Bee Gees More than a Woman.

Wir haben Valentino und Nicolas im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums von «bandXaargau» im KiFF getroffen und über das dritte Album gesprochen.

Was möchtet ihr den Leuten mitgeben mit dem neuen Album?

Natürlich das Album selber. Dass es ankommt und etwas vermittelt. Den Eindruck, wie wir performen, wenn wir live auf der Bühne spielen. Das Feeling, das Gefühl, Liebe wollen wir mitgeben.

Wie kam es zu eurem Stilwechsel?

Als Band fragst du dich, wie du dich entwickeln kannst. Etwas kopieren… das bringt’s nicht. Wir haben uns zurückgezogen um intensiv an unseren Songs zu arbeiten: am Aufbau und der Struktur. Wir sagen, wir machen Rock, aber wir machen viele verschiedene Sachen. Das Wichtigste bei uns ist, dass es alle fünf Bandmitglieder toll finden müssen. Sonst klappt es nicht, live zu spielen.

Was hat euch beeinflusst zu eurem neuen Stil?

Schlaghosen. Saturday Night Fever ist ein cooler Film und natürlich die Bee Gees. Den Versuch, was Neues zu schaffen, sich nicht nach einem bestimmten Schema zu richten.

Spielt ihr eure Songs aus den Anfangszeiten noch?

Klar spielen wir den alten Stil noch. Es sind keine schlechten Songs und die Leute kennen sie noch. Die letzten paar Minuten bei unserm Konzert sind die wichtigsten. Es lohnt sich also immer, bis zum Ende an einem Auftritt dabei zu sein.

Hattet ihr Angst, Leute zu enttäuschen, wenn ihr nun mit einem neuen Stil auftaucht?

Nein, der Song Quiet Man hat das Album benannt. Wir wussten: Das ist der verrückteste Song. Zwei Jahre hatten wir uns Zeit genommen für das Album. Wir machen uns keine Sorgen und bleiben uns und unserem Stil treu. Selber haben wir eine ehrliche Überzeugung und den Glauben an die Sache, die wir machen.

Ihr habt in London gespielt. Wie war das Feedback dort?

16 Stunden Fahrt nach London, super Erfahrung. Grosse Bands, die wir toll finden, fanden uns auch toll. Sowas zu erleben, ist echt cool. Wichtig ist, dass man immer ein gesunden Respekt und Menschenverstand hat. Dass man noch weiss, dass man abliefern muss. In der Schweiz weiss man, dass wir verrückte Hühner sind und es gibt immer Gesprächsstoff. In London sind die Trendsetter im Publikum und sie sind noch verrückter als wir. Wenn es dem Publikum nicht gefällt, merkt man das sofort. Wir hatten etwas Angst davor, wie es ankommt, aber wir haben überzeugt und wurden aufgenommen. Es laufen nun Abklärungen für neue Projekte. Bis Ende Jahr sollte es News geben.

Auf was freut ihr euch am meisten?

Auf Festivals zu spielen. Zum Beispiel am Gurtenfestival. Da ist immer eine gute Stimmung und die Leute lieben Musik und die Atmosphäre. Man kann sich entfalten. Es ist nicht zu vergleichen mit einer kleinen Bar, wo einfach irgendwo noch Musik läuft.

Wo wollt ihr noch spielen?

Europa noch mehr ausweiten. In Frankreich, in Paris und dem Norden, in Dänemark und Italien. Das wäre toll. Wir haben viel italienisches Blut in der Band.

Was inspiriert euch Songs zu schreiben?

Das Leben. Von neun bis zehn Arbeitszeit einen Song schreiben geht nicht. Es kann sein, dass heute Abend die Ideen zu neuen Songs kommen, während dem Gig oder im Ausgang. Das Leben schreibt Geschichten. Es muss immer was passiert sein, um was zu entwickeln. Einfach sich an einen ruhigen Ort zurückziehen und schreiben funktioniert nicht. Quiet Man ist das ehrlichste Sprachrohr von Who’s Panda. Das Album ist sehr persönlich, textlich ist es auch das beste und es hat viel Poesie.