Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Eine Prise Punkrock, eine gute Portion tiefgängige Texte, jede Menge Energie und ein verrückter Haufen pogender Fans: Willkommen bei den Broilers! Die deutsche Punkrockband machte Halt in Zürich und liess es bei vollem Haus so richtig krachen.

Vergangenen Freitagabend vor dem Komplex 457 in Zürich: eine Horde Menschen versammelt sich vor der Konzertlocation, ungeduldig wartend auf den Einlass. Kein ungewöhnliches Bild. Erst beim genaueren hinhören fällt etwas auf: es wird vorwiegend hochdeutsch gesprochen. Der Grund? Die deutsche Punkband Broilers spielt an diesem Abend in Zürich und hat direkt mal eine ganze Herde richtiger Hardcore-Fans im Gepäck. Schliesslich ist der Gig in Zürich einer der Ersten der aktuellen NOIR-Tour, und die ist – wie bei den Broilers schon fast üblich – komplett ausverkauft. Doch woher dieser enorme Andrang? – Fragt man unter den Fans nach, kommt eine klare Antwort: «Es herrscht immer gute Stimmung bei der Band und beim Publikum, sie beziehen die Fans während der Show mit ein und zeigen, dass sie trotz Erfolg am Boden geblieben sind.» Worte, die sich an diesem Abend  in Zürich bei allen Broilers-Neulingen bewahrheiten werden.

Doch bevor die Broilers die Bude so richtig rocken, liegt es an der  Schweizer Pop-Punkrock-Band Delilahs die stets voller werdende Location aufzuwärmen. An vorderster Front: zwei gut aussehende junge Damen, die im ersten Moment etwas an Joan Jett und Cherie Currie von The Runaways erinnern. Und genauso wie die Girlrockband der 70er-Jahre, lassen es auch die Delilahs mit ihren zwei Männer im Gepäck so richtig krachen. Kein Wunder schliesslich spielten die Schweizer schon über 400 Konzerte im In- und Ausland.

Kurz nach neun endlich der Höhenpunkt des Abends: die Broilers betreten die Bühne und fast schon explosionsartig eskaliert der ganze Komplex in eine Mischung aus lautstarkem Gegröhle und Gepoge. So wie es eben so sein muss auf einem richtigen Punkrockkonzert!  Sänger Sammy grinst übers ganze Gesicht, er weiss inzwischen, wie er seine Fans mit seiner Band beglücken kann. Und das auf eine ganz symphatische Art und Weise. Grosse Animierungskünste sind da nicht mehr gefragt, ein Wort reicht und schon sitzen die Fans sich gegenseitig an den Schultern, ein erster Ton eines Songs angespielt, schon singt die ganze Halle den kompletten Song von vorne bis hinten mit. Gänsehaut-Feeling auch für Broilers-Neulinge!

Wer aber denkt, bei den Broilers handle es sich um simplen Singsang, der täuscht sich. Vor allem auf dem erst Anfang Februar erschienen Album wird klar, wie tiefgehend auch Punkrock-Texte sein können. Fern ab von irgendwelchen Saufsongs erzählen die Broilers von Flüchtlingspolitik, von eingeschränkter Freiheit und  schweren Zeiten alles verpackt in klaren, starken Worten. «Weil ihre Texte ehrlich sind und vom wahren Leben handeln!» – Das wissen auch die Fans zu schätzen.

Die Broilers. Eine Punkrockband aus Deutschland, die durchaus auch ruhige Töne anschlagen und mit starken Texten zu brillieren vermag. Fern ab vom üblichen Mainsteam-Musikmarkt schaffen sie es nicht nur ihre Hallen zu füllen, sie  begeistern vor allem durch ihre Bodenständigkeit. Ihre symphatische Art, ihre Leidenschaft mit ihren Fans zu teilen. Diese wiederum danken es ihnen: «Ich war leider erst das fünfte Mal bei den Broilers. Aber ich sehe sie dieses Jahr zum Glück noch dreimal!» Na dann, auf in die nächste Runde!