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Am Freitagabend schlugen Punkherzen höher. Der WIZO bewegte seinen Arsch ins Komplex 457 und bescherte seinen Fans einen Konzertabend, den sie so schnell nicht vergessen werden!

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WIZO hat in eidgenössische Ärsche getreten. (Foto: zvg)

Der WIZO kam nach Zürich und trat uns «ordentlich in den eidgenössischen Arsch». Ihre einzige CH-Show dieser Tour lud zum gemeinsamen Feiern, Biertrinken und politischen Parole schwingen ein. WIZO versprach im Vorfeld: «[…] Wir spielen eure und unsere Lieblingslieder, die alten und die ganz alten, aber natürlich auch ein paar von den neuen. Wir legen uns ins Zeug und wir werden uns den Arsch abfreuen, wenn es euch gefällt. Und es wird eng und heiss werden und dunkel und laut. Und mit guten Chancen auf blaue Flecken und klingelnde Ohren und auf verlorene Schuhe und durchgeschwitzte Klamotten. Und alle werden singen, aus vollem Hals und es wird viel gelacht werden. Und je nach Körperzustand wird mit fremden Menschen gepogt und sich umarmt und Getränke werden getrunken und vielleicht auch wieder ausgekotzt. Aber für ein paar Stunden kann uns dann alle die Alltagsscheisse am Arsch lecken und die geile Zeit zusammen wird uns dann keiner mehr nehmen können. Und der nächste Morgen wird dann vielleicht scheisse werden und hart, aber egal, wenn wir an diesen Abend denken, werden wir dieses unverwechselbare, debile Grinsen unter unseren tiefen Augenringen haben. Und daran können wir uns dann überall wiedererkennen und dann werden wir noch mehr grinsen müssen. Und darauf freuen wir uns!» Und WIZO sollte uns nicht zu viel versprechen.

Bleib tapfer

Vor Konzertbeginn bestand der Abend vor allem aus Anstehen, Warten und sich einen Weg durch die Menge bahnen. Anstehen an der Garderobe, anstehen an der Bar. Anstehen, um wieder aus dem Fumoir zu kommen. Sich durch Anstehschlangen drängen, um in den Saal zu gelangen. Da hiess es, Zähne zusammenbeissen und tapfer bleiben! WIZO belohnte uns schliesslich später dafür.

Hallo ihr Arschlöcher! Wir werden euch heute Abend ordentlich in eure eidgenössischen Ärsche treten!Axel Kurth

Nach einem spannungsaufbauenden Intro starteten WIZO sogleich mit dem Klassiker Raum der Zeit in ihre Show. Die Band hatte zur Setlist nicht zu viel versprochen und trumpfte mit einer gelungenen Mischung aus alten, ganz alten und neuen Songs auf. WIZO spielten unter anderem Seegurke, Hey Thomas, Das goldene Stück, Ganz klar gegen Nazis, Alte Frau, Scheissefresser, Kopfschuss, W8ing 4 U, Königin, Quadrat im Kreis, Die letzte Sau und Bleib Tapfer. Wer schwelgte da nicht in alten Erinnerungen?

Das goldene Stück Scheisse

Und was darf an einem ordentlichen Punkkonzert nicht fehlen? Genau – jede Menge Bier! Die Bierbeschaffung während des Konzertes stellte eine kleine Herausforderung dar. Die Bars schienen an ihre Grenzen zu stossen. «Du bist einer von Milliarden Ärschen auf der Welt.» (Auszug aus Raum der Zeit, WIZO) Oder einer von hunderten Ärschen – äxgüsi – im Komplex 457, die sich WIZO anhören und dabei ein leckeres Bierchen trinken wollen. Und so galt es zu verharren und auf die kühle Erfrischung zu warten. Wer schneller an sein Bier kommen wollte, dem war gut geraten, die Bar im Aussenbereich des Saals aufzusuchen. Doch wer den Saal verliess, liess das Geschehen auf der Bühne hinter sich. «Du bist nicht hier und trotzdem hast du überhaupt gar nichts verpasst» (Auszug aus Hey Thomas, WIZO) galt da leider nicht. Doch was soll das Rumgejammere. Der Abend war wirklich genial! WIZO live zu sehen – (m)ein Jugendtraum wurde wahr! Und für das Rumgejammere (und Katerstimmung am nächsten Tag) geht das goldene Stück Scheisse an mich.

Ja, das goldene Stück Scheisse geht an mich. Denn ich hab‘s mir echt verdient. Ich hab hart dafür gekämpft und deshalb will ich es auch haben! Das goldene Stück Scheisse, ja das goldene Stück Scheisse, das goldene Stück Scheisse geht an mich…Auszug aus Das goldene Stück, WIZO

Ha, ich bin der Seeschurke!

Wer mit Bier eingedeckt war, konnte das Konzert in vollen Zügen geniessen. Axel Kurths liebevolle Beleidigungen an das alterstechnisch durchmischte Publikum durften dabei natürlich nicht fehlen. Er überzeugte mit Charisma und seiner unverkennbaren Schnauze und bedankte sich beim Publikum dafür, dass es die Jungen und Schönen nach vorne zur Bühne gelassen hatte und die sich Alten, Hässlichen an den Rollatoren hinten im Saal eingefunden hatten – kein Ding, Axel! Später kam Axel auf das Klischee der langsamen Schweizer zu sprechen. Das Publikum bestärkte ihn durch seine langsame Reaktion, was zu allgemeinem Gelächter führte. WIZO sorgte für einen ausgelassenen und extrem spassigen Konzertabend und ihr vorgängiger Aufruf bewahrheitete sich. Alle freuten sich den Arsch ab, es wurde gesungen und viel gelacht, Getränke getrunken, der Alltag vergessen und der nächste Morgen war – zumindest für einige – tatsächlich scheisse und hart…