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Am 27. Februar 2016 stand Prinz Pi im Volkshaus vor dem jungen Schweizer Publikum. Der ursprüngliche Plan verschob sich ein wenig und so stand Timi Hendrix und Das W erst um halb Neun auf der Bühne. Gaben dann aber ordentlich G(r)as. Auch Prinz Pi gab anschliessend Vollgas und brachte das Publikum zum Hüpfen, Mitklatschen und Mitsingen. Drei Stunden gute Laune und hüpfende, betrunkene Hip-Hop-Teenies.

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Mit einem Ausflug ins Fledermausland wurde der Abend eröffnet. Timi Hendrix von Trailerpark und Das W standen als Überraschungsvorprogramm auf der Bühne. Gewisse Lieder performten sie zusammen, bei gewissen stand nur Das W auf der Bühne. Eine sehr kontroverse Mischung bei den harten, proletenhaften Texten von Timi Hendrix und den eher emotional beseiteten, fast weinerlichen Texten von Das W. Trotzdem bleibt die Laune durchwegs positiv, auch wenn die Menge erst bei Tracks von Trailerpark richtig heiss wird und bei den Solotracks der Künstler eher etwas zurückhaltend reagiert.

Dass vorwiegend Jugendliche im Publikum zugegen sind, macht sich vor allem durch den beissenden Gras-Geruch bemerkbar. Doch Timi Hendrix ist auch kein wirkliches Vorbild, er zündet sich selbst einen Joint an und als er den auf der Bühne verliert, fordert er die Menge auf ihm doch etwas Gras auf die Bühne kommen zu lassen. Dieses Möchtegern-Coolsein vor den überwiegend 14 bis 18 Jährigen ist echt peinlich.

Wenigstens findet man ab und zu gute Lines in den Texten und der Flow passt bei beiden Rappern. Auch wird zum Trinken und Feiern aufgerufen, doch das kriegen die Jugendlichen auch ohne Aufforderung ganz gut hin und so wird im Publikum fröhlich geshottet und Bier gekippt. Die Überleitung zu den verschiedenen Tracks wirkt auch zu einstudiert. Dennoch schaffen es die beiden zumindest die Vorfreude auf Prinz Pi zu steigern. Immerhin trinkt Das W nur Wasser, lässt sich als Schwuchtel beleidigen und überzeugt mit deutlich mehr Skill als Timi Hendrix. Die Jugendlichen feiern die beiden jedoch sowiso trotz alledem.

Nach einer halben Stunde wird die Bühne umgebaut und ein weisses Tuch aufgehängt. Dann erklingen die ersten Töne und Prinz Pi’s Schatten erscheint auf der Bühne. Mit einem Lauten Akkord wird das weisse Tuch dann fallen gelassen und Prinz Pi legt los. Einfaches Stilmittel, riesen Auftritt! Hut ab. Er eröffnet mit seinem Track Du bist und die ganze Menge rappt den Refrain mit. Wahnsinn, wie Textsicher die meisten sind! Zwar schaffen es die meisten nur jede zweite Line mit zu rappen, weil Prinz Pi ordentlich Tempo drauf hat, aber die dafür mit Nachdruck. Prinz Pi erzählt zwischen den Trackpausen von seinen früheren Auftritten in der Schweiz, von den schönen Frauen, die er hier schon treffen durfte und abknutschen durfte und von seiner Karriere. Er bringt auch ein paar ältere Lieder wie zum Beispiel Elfenbeinturm mit und hat damit auch den hinterletzten im Publikum überzeugt. Sauberer Rap, schöner Flow, geile Texte!

Und während bei den meisten Metalkonzerten die Bewegungen bei Headbangen und wenn’s hochkommt man einem Moshpit belassen werden, weiss die Hip-Hop-Szene, dass auch Tanzen, Hüpfen und Mitsingen bei Konzerten erlaubt sind. Das freut den gebürtigen Berliner und er nutzt die Begeisterung des Publikums gekonnt um die Stimmung weiter nach oben zu pushen. Ein gelungener Abend an dem jeder ein wenig mitgerappt haben, ob auf oder vor der Bühne. Gefeiert und getrunken wurde ordentlich. Nur Rauchen, egal ob Gras oder Tabak, ist in einer Halle echt nicht so geil, aber vielleicht lernen die das irgendwann auch noch. Verboten ist es im übrigen schon!