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Die schweisstreibenden Temperaturen der letzten Tage machten nicht gerade Lust auf einige Stunden Kollektivschwitzen in einem stickigen Konzertsaal. Für einen Abend mit Xavier Rudd nahm man diese Bürde aber gerne auf sich und wurde mit toller Musik und einem packenden Auftritt belohnt.
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ds. Am Dienstag Abend war kurz vor Konzertbeginn nicht nur im gastronomischen Sektor des Zürcher Kaufleuten reger Betrieb, auch der Klubsaal war bereits gut gefüllt mit Besuchern. Ein Publikum jeden Alters, gekleidet in leichten Sommerkleidchen, Shorts und Flip Flops wartete bis es endlich los gehen würde. Eine Viertelstunde später als eigentlich vorgesehen betrat Yeshe die Bühne. Dank der Hitze, die auch im Innern des Kaufleutens nur schwer zu ertragen war, musste Yeshe dem Publikum gar nicht zusätzlich einheizen. Er trug einfach mit einer auffallenden Ruhe seine Lieder vor und erklärte dazwischen routiniert wie seine traditionell afrikanischen Instrumente heissen, woher genau sie stammen und welche Bedeutung ihnen zugeschrieben wird. Das ganze hatte ein bisschen was von Anschauungsunterricht, was den einen mehr den anderen weniger interessierte. Das Publikum wirklich packen konnte er nur mit seiner Darbietung des Bob Marley Klassikers No Woman, No Cry.

Nach dem Auftritt von Yeshe war ewig langes Warten angesagt. In Wirklichkeit war es vielleicht nur etwas mehr als eine halbe Stunde, aber durch die drückende Wärme wurde eine eigenartige Angespanntheit im Publikum generiert. So gab es dann auch einige Pfiffe als ein Techniker noch rasch einen Ventilator für Xavier Rudd auf der Bühne einrichtete. Nett, wir hatten auch alle heiss… Aber als das Licht gedimmt wurde, Xavier Rudd uns mit einer Verneigung begrüsste und dann direkt mit Lioness Eyes, welches auch auf dem aktuellen Album der Opener ist, in seine Performance startete, wurde von Beginn weg getanzt und mitgefeiert. Besonders wenn er während seinen Songs einen Tempowechsel vornahm oder weitere Instrumente einsetzte, gab es immer wieder Gelegenheit für Jubelstürme und begeisterte Zurufe. Zwischen seinen Liedern wechselte Xavier Rudd von seinem Schlagzeug, an dem zusätzlich zwei Yidaki (Didgeridoos) befestigt waren, zu einem anderen Yidaki-Halter, wo er jeweils seine Lieder mit Gitarre begleitete und mit einer Stomp Box den Klang einer Bassdrum erzeugte.

Den Mix zwischen neueren und älteren Liedern gelang Xavier Rudd sehr gut. Während seines Auftritts konnte man keine Hänger ausmachen und auch das Publikum tat sein Nötiges um eine wahrlich fesselnde Atmosphäre zu kreieren. Als beim Song Come Let Go der ganze Saal mitsang, merkte man förmlich wie auch in Rudd die Freude aufstieg. Von diesem Moment an, versuchte er immer wieder das Publikum zum Mitsingen zu animieren und diese machten gerne mit und sangen alles nach was er vorgab, auch wenn es sogar Laute waren, die mehr wie das Bellen eines Seelöwen klangen. Trotzdem war sich niemand zu cool oder zu ernst den Spass nicht mitzumachen. Die Stimmung im Saal war höchst friedlich und entspannt und jeder konnte wie er wollte tanzen, klatschen oder mitsingen.

Nach einem Zugaben-Block und einer Gesamtspielzeit von fast zwei Stunden verabschiedete sich Xavier Rudd wieder mit mehreren Verbeugungen, schüttelte jedem in den vordersten Reihen die Hand und tänzelte gut gelaunt von der Bühne. Die positive Energie übertrug sich auch auf die Besucher, die trotz der leidigen Hitze wohl allesamt einen schönen Abend genossen.