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Zurzeit grassiert ein Nominierungs-Hype durch die Welt und die wenigsten wissen, worum es eigentlich geht. Eine Aufklärung und gleichzeitig ein Versuch, etwas anderes, für Schweizer Künstler Nützliches, daraus zu machen.

Anders als Nirvana schmeissen wir keine Babies ins Wasser, sondern uns selber. (Foto: zVg)

Anders als Nirvana schmeissen wir keine Babies ins Wasser, sondern uns selber. (Foto: zVg)

Wer hat noch nichts von ihnen gelesen, sie noch nicht gesehen. Gemeint sind die ganzen Videos von irgendwelchen Menschen, die sich ins kalte Wasser stürzen, die zur Zeit YouTube überschwemmen. Leider haben die meisten eine komplett falsche Vorstellung, um was es dabei eigentlich geht. Nicht etwa darum, von Kollegen eine Kiste Bier zu bekommen, wenn sie sich weigern, ins kühle Nass zu springen, sondern um Solidarität mit der Familie eines krebskranken Kindes namens Landon. Denn für jeden Nominierten, der sich der Aufgabe gestellt hat, sollte man der Familie eine Spende zur Bewältigung der Arztkosten zukommen lassen.

Genau diesen Spirit möchten wir wiederbeleben, die Nominierungen sollen wieder einen uneigennützigen Sinn haben. Deswegen starte ich redaktionsintern «Plunge For Music». Die Idee ist dieselbe, die hinter «Plunge For Landon» steht: Jemanden unterstützen, den man persönlich vielleicht gar nicht kennt, weil man die Idee dahinter gut findet. Anstatt andere ins kalte Wasser springen zu lassen, schubse ich aber meine Teamkollegen (und sie dann wohl mich) lieber ins musikalische kalte Nass und lasse sie CD-Kritiken von Alben, die sie höchstwahrscheinlich selber nicht kennen und wohl auch nicht so schnell darüber gestolpert wären, schreiben.
Ich bin gespannt, wer sich der Challenge stellen wird. Damit das Experiment nicht ausufert, hab ich ein paar einfache Regeln zusammen gestellt:

Die Regeln

  1. Jeder in der Redaktion kann nominiert werden.
  2. Niemand in der Redaktion darf mehr als 2x pro Monat nominiert werden.
  3. Jeder Nominierende steht hinter dem Album, das er/sie als Nomination aufgibt. Wer ein Justin Bieber Album vorschlägt, outet sich also gleichzeitig als Justin-Bieber-Fan.
  4. Zu jeder Nomination gehört ein symbolischer Betrag. Dieser wird vom Nominierenden gespendet, wenn die Nomination erfolgreich erfüllt wurde oder vom Nominierten, wenn dieser die Nomination ausschlägt.
  5. Der Nominierte darf anstelle einer CD-Kritik auch ein Band-Portrait schreiben.
  6. Der Nominierende hat dem Nominierten die Musik zur Verfügung zu stellen.
  7. Nach der Nomination läuft ein 14 Tage-Countdown für den Nominierten, seinen Artikel zu veröffentlichen.

Als Empfänger der ganzen Spenden hab ich das Label von Spencer, «Ambulance Recordings», das sich um Schweizer Künstler kümmert, auserkoren.
Und damit das Ganze auch fair ist, nominier ich mich selbst für 10 Franken und zwar mit dem neuen Bob-Spring-Album Dust And Arrows.

Ein Statement zu einem eigentlich ernsten Internetphänomen, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist, in einer Weise, die zu Negative White passt. Denn schon seit Beginn haben wir uns eines auf unsere Flagge geschrieben: Schweizer Musik unterstützen! Ich hoffe, meine Redaktionsmitglieder machen mit, trauen sich, ins (musikalisch) kalte Wasser gestossen zu werden und lernen für sich und unsere Leser neue Musik kennen.