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Legenden zu Besuch in Aarau. The Buzzcocks begnügten sich nicht nur mit langweiligem Herunterklappern ihrer Hits, sondern brachten das bunte Publikum mit einer energiegeladenen Show so richtig ins Schwitzen. Ein Rückblick.

Eröffnet wurde die Geburtstagsfeier der Je t’aime-Bar von Guz & die Averells. Ein treibender Mix aus rassigem Rock’n’Roll und einem guten Schuss Country fühlte man sich gleich auf einen Highway im Mittleren Westen der USA versetzt. Der Gitarren-dominierte Sound brachte die Anwesenden wenigstens zum rhythmischen Nicken oder Fussstapfen. Leider wurde die Abwechslung dann doch vermisst und im Anbetracht des verspäteten Beginns des Supports, trat das noch spärlich den Raum besiedelnde Publikum von einem Bein aufs andere.

Anfänglich sah es zwar noch danach aus, als ob der Saal des Aarauer KiFF nicht gefüllt werden würde. Doch ein Grossteil der Besucher strömte wohl bewusst erst auf die Punk-Vorreiter in das Gebäude. Mit allem Respekt durfte man angenehm überrascht und erfreut sein, wie die Herren fortgeschrittenen Alters noch im Schuss waren. Dem zurückhaltenden Pete Shelley und dem abgehoben wirkenden Chris Remmington am Bass stand schillern in gepunktetem Hemd Lead-Gitarrist Steve Diggle gegenüber. Kein Moment, in dem er nicht wild geworden seine weisse Gitarre durch die Lüfte schwang, sie senkrecht zu einem Monument stilisierte und sie nach allen Regeln der Kunst bearbeitete, um die eingängigen Melodien zu erschaffen, die die Buzzcocks ausmachen. Seine Interaktionen mit dem begeisterten Publikum, welches sich tanzend und hüpfend der Musik hingab, waren ein andauernder Höhepunkt des heissen Abends. Doch auch Danny Farrant hinter den Drums gab sein Bestes und spielte hervorragend mit Diggle zusammen, die gemeinsam von einer Explosion zur anderen jagten.

Doch der exklusive Auftritt der Engländer war nicht zuletzt so erfolgreich, wenn da nicht ein enthusiastisches Publikum gewesen wäre, das sämtliche Bedenken und Massregelungen des Alltags über Bord warfen und dem Lebensgefühl des Punks verfielen. Wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. Es wurde geraucht und einiges an Bier verspritzt. Die Spannweite der Besucher reichte von denen, die das Genre seit seinen Anfängen begleiten bis zu Neo-Punks, Gruftis, Metalheads und Hipsters.

Der Zugabenblock schlossen die Insulaner mit ihrem bekanntestem Hit Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn’t’ve)?, welchen sie etwas schneller darboten, als man es sich von der Studioaufnahme gewöhnt ist, dafür umso mehr Ausgelassenheit hervorruft. Damit wurden die Anwesenden in die fähigen, noch Vinyl auflegenden Hände der DJs entlassen.