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Die Götter des Progressive Metals traten am letzten Dienstag in der Stadthalle Bülach auf. Die Fans durften für zwei satte Stunden in die facettenreiche Traumwelt von Dream Theater eintauchen. Das Konzert war einfach nur fantastisch. 

Vor einem so grossen Act wie Dream Theater aufzutreten, kann Türen öffnen. Für die Vorband Periphery fiel sie in Bülach mit einem Wumm eher wieder zu. Die 2004 gegründete Progressive-Metal-Band aus den Staaten liess das Publikum ziemlich unbeeindruckt. Schade, dabei hätte die Band bestimmt Potential. Die 6-köpfige Band mit immerhin drei Gitarren, ergänzt durch Bass, Schlagzeug und Sänger mischen Metalcore mit progressiven Riffs und interessanten Tapping Einsätzen. Der Frontsänger Spencer hat bemerkenswert mehr auf dem Kasten als nur Gebrüll. Doch der Sound war derb mies abgemischt und seine Stimme ging zwischendurch irgendwo im Nirgendwo verloren, so dass ihr Auftritt ziemlich dürftig rüber kam.

Apropos Türen. Der grösste Teil der Zuschauer bekam von der Vorband, dank der ausführlichen Kontrolle am Eingang, sowieso nicht viel mit. Immerhin gab es dort gratis Umarmungen vom Security Personal. Wieso auch nicht? Es war ja Valentinstag.

Zum dramatischen Intro waren dann aber alle bereit. Die Stadthalle Bülach wurde in mystisches Licht gehüllt und die blau-grünen Scheinwerfer haben ihr Restliches getan. Das riesige Drum Set auf der Bühne war nicht zu übersehen. Geradezu majestätisch thronte es mitten auf der Bühne mit mindestens 30 sichtbaren Elementen – ganz zu schweigen von denen, welche man vom Publikum aus nicht sah. Für einige Fans, welche das letzte Konzert im Juli 2011 verpassten und den neuen Schlagzeugspieler noch nicht kennen lernen durften, vielleicht immer noch eine etwas schmerzliche Erinnerung an Mike Portnoy, der die Band im 2010 verliess.

Dream Theater eröffnete mit Bridges In The Sky, welches sogleich mächtig einfuhr. Für die Setlist wurde reichlich aufs neue Album A dramatic turn of events  zugegriffen. Darunter waren geniale Tracks wie Build Me Up, Break Me Down, Breaking All Illusions und Far From Heaven. Aber auch Klassiker wie 06:00, Dark Eternal Night oder A Fortune in Lies wurden ausgepackt und von den Fans lautstark bejubelt und beklatscht. Von harten Tracks bis Melodie und Epik wurden die Hörer mit viel Abwechslung versorgt.
Aber wichtig war eigentlich gar nicht was sie spielten, sondern wie. Die Band machte ihrem Ru

als Perfektionisten alle Ehre. Der Auftritt hätte glatt als Studioaufnahme gebraucht werden können. Sänger James LaBrie versprach eine Kick-Ass Show und das haben die Fans auch erhalten. Gitarrist John Petrucci mit komplexen Einlagen, Drummer Mike Magini mit hammermässigen Solo-Parts, Bassist John Myung oder Jordan Rudess am drehbaren Keyboard – jeder hat sein Bestes gegeben. Und auch die Techniker haben für diesen Teil des Abends ihre Aufgabe erfüllt. Die Lichtshow war extrem gut auf die Musik abgestimmt und verlieh dem sonst einfachen Bühnenbild das gewisse Etwas. Da verzieh man sogar den Patzer gegen Ende des Konzertes, als für kurze Zeit das Licht in der ganzen Stadthalle Bülach anging.

Das Konzert war die pure Harmonie. Die fliessenden Übergänge zwischen den Liedern liessen dem Publikum während dem Konzert nur wenig Zeit für den Beifall. Dies wurde nach dem Konzert dafür umso mehr nachgeholt. Nach zwei Stunden als der Traum vorüber war, fragte sich vielleicht der eine oder die andere: Wieso spielt man 15 Minuten lang am Stück? Einfach, weil man es kann.