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Das heiss ersehnte Konzert von Pentatonix vom 10. Mai im Komplex 457 begeisterte die Fans mit Coverversionen en masse. Ob das für die grosse Karriere reicht? Irgendwie war da die stille Hoffnung, dass an diesem Konzert etwas passiert, was mich aus den Socken hauen würde.

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Pentatonix in Aktion (Foto: Matt Hoffmann)

Zugegeben, ich wusste, was mich erwartet. Die Band, die A Cappella zu neuem Glanz verholfen hat, ist ausschliesslich mit gecoverten Songs präsent. Ich fand die Songs geil, die auf YouTube zu hören und sehen waren, und ich habe mich darum gerissen, an dieses Konzert zu gehen. Ja, ich habe auch damit gerechnet, dass ich die Ohrstöpsel nur mitnehmen muss, weil ich das Gekreische der jüngeren Mädels und Jungs etwas ausblenden möchte. Irgendwie war da allerdings die stille Hoffnung, dass an diesem Konzert etwas passiert, was mich aus den Socken hauen würde.

Leider war dem absolut nicht so. Im gefühlten 20-Sekunden-Takt ging es von einem Lied zum anderen. Alles Songs, die man kennt. Man hört sie permanent im Radio und wird auch dann damit beschallt, wenn man es nicht möchte. Klar, es sind die Lieder, die gerade voll Mainstream und angesagt sind. Aber um diese Lieder in geballter Form zu hören, muss ich nicht auf ein Konzert gehen, welches noch mit 30 Minuten Verspätung startete. Da reicht es, alle bekannten Plattformen zu besuchen oder eben das Radio anzuschmeissen. Meine stille Hoffnung hatte sich schnell verabschiedet, als mir seitens der Fans fast schon hysterische Schreie nach noch mehr bekannten und Mainstream geprägten Songs laut entgegenschlugen. Gottlob hatte ich die Stöpsel dabei.

Wenn man ausser Acht lässt, dass ich vielleicht zu viel erwartet habe und nicht zum Zielpublikum gehörte, muss ich sagen, dass die Band schon ganz genau weiss, was sie tut. Stimmlich war der Auftritt absolut perfekt. Trotz permanenter Aktivität auf der Bühne, konnte ich keine stimmlichen Schwankungen feststellen. Es war etwas los auf der Bühne. Die Choreographie hat gepasst, für’s Auge war also gesorgt. Natürlich setzt sich auch diese Band aus allen möglichen Typen zusammen, sodass jeder seinen „Liebling“ haben kann. Pentatonix haben ihre Fans im Griff. Ein Lächeln mit charmantem Zwinkern in die erste Reihe des gross gewachsenen Blonden reicht, um die Mädels total ausflippen zu lassen. Ich fühlte mich ein wenig in meine Teeniezeit zurückversetzt . Und genau darum geht es wohl auch. Es ist die Musik der Teenies die mich einfach nicht mehr dazu begeistern kann, mir stundenlang die Beine in den Bauch zu stehen. Um dann das zu hören, was ich schon den ganzen Tag gehört habe. Pentatonix haben ihre Sache gut gemacht, auch wenn die wirklich grosse Überraschung ausblieb. Ob das auf Dauer reicht, wird sich zeigen. Denn die Fans von heute haben auch ihre Ansprüche.