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«Ophelia» ist ein Album zum Eintauchen. Es ist so zerbrechlich wie das Eis am letzten Wintertag und gleichzeitig so intensiv wie ein Wüstensturm. «Ophelia» arbeitet sich durch emotionale Schichten, von leise zu laut, von melancholischer Düsterheit zu euphorischen Glückseligkeit. Ein Album, das berührt.

Jonathan-Kluth_Ophelia

Jonathan Kluth, Mitte zwanzig, in Berlin lebend, Singer/Songwriter von Beruf. Nicht weiter aussergewöhnlich, könnte man denken. Aussergewöhnlich wird es erst, wenn man den jungen Künstler auf der Bühne erlebt. Aussergewöhnlich gut. So jedenfalls ging es mir, als ich den Künstler vor einigen Wochen in Stuttgart zum ersten Mal erleben durfte.
Inzwischen ist Ophelia erschienen, das erste Studioalbum des jungen Künstlers, der bereits mit zarten vier Jahren seine ersten musikalische Schritte versuchte. Das geheimnisvoll klingende Album ist bereits optisch ein kleines Kunstwerk. Mit dem Einlegen der Platte in die Anlage und dem Drücken des Play-Knopfes geht es schliesslich ab in die fabelhafte Welt des Jonathan Kluths.

Die Reise beginnt mit einem leicht experimentell angehauchten Instrumentalintro über 30 Sekunden, welches zum Song All Decisions gehört und somit direkt eines klarstellt:  Wer Jonathan Kluth bisher nur auf Stimme und Akkustikgitarre reduzierte, wird auf Ophelia eines Besseren belehrt. Verschiedenste musikalische Arrangements ziehen sich durch das ganze Album, und trotzdem: Kluths charakteristischer Gitarrenklang geht nie verloren.
Musikalisch sticht vor allem der Titelsong des Albums raus: Ophelia. Etwas mehr als vier Minuten nimmt Jonathan jeden mit auf eine musikalische Reise zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke, Melancholie und Hoffnung. Ganz ohne Worte versteht es der Künstler, den Hörer mitzureissen, ihn eintauchen zu lassen, in seine Welt, von den ganz leisen, bis hin zu den ganz lauten Klängen.

Laut und energisch – eben genau so wie man den Künstler von seinen Liveshows kennt – wird es bei den letzten zwei Songs der Platte: These Things You Can’t Change und  You Heal Me. Die Steigerung, das Erzeugen von Spannung im Songaufbau, Jonathan Kluth scheint dieses Handwerk zu verstehen. Ganz im Gegensatz dazu: Top of the World und Wind and Fires. Beides Songs, die vor allem durch die reduzierte, ruhige Art punkten, in denen Kluths markante Stimme – die irgendwie an Dave Grohl erinnert – im Vordergrund steht.

Mit Ophelia bietet Jonathan Kluth seinen Zuhörern einen Einblick in seine Träume, seine Wünsche, Hoffnungen und Ängste. Er nimmt einen mit in eine Welt voller Farben und Gerüche, ein lebendig gewordenes Bilderbuch. Eines, das berührt.

Release
11. April 2014

Label
Birdshill Records

Tracklist
01. All Decisions
02. Getting There
03. Squares
04. You Ain’t Got Me
05. Resignation
06. Postcards
07. Ophelia
08. Wind and Fires
09. Top of the World
10. These Things You Can’t Change
11. You Heal Me