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Kleine Openairs haben viel Charme – vor allem, wenn sie so schön gelegen sind wie das Openair Greifensee. Das 15-jährige Jubiläum bot so einige Highlights – allen voran die Schweizer Stimmungsmacher Hecht, mit welchen das gesamte Publikum zum Schluss Arsch an Arsch tanzte.

Einen noch besseren Abschluss für einen solch schönen (Openair) Sommer, wie er dieses Jahr wieder einmal war, kann man sich vom Ambiente her schon fast nicht vorstellen. Der See mit einem wunderbaren Sonnenuntergang, der den Himmel und das Wasser in die schönsten Farben färbte, eine absolut friedliche Stimmung,  gutes Essen, der Duft von leckeren Crèpes in der Luft und perfektes Spätsommerwetter, welches es erlaubte im T-Shirt oder im Kleid noch bis nach Mitternacht draussen zu tanzen und zu geniessen. Das Openair Greifenssee hatte am 15-jährigen Jubiläum Glück, aber auch viel für ein gutes Gelingen getan.

Das Line-up konnte sich mit Pablopolar, Elijah und Hecht ja schon Mal sehen lassen. Neben den grösseren Acts auf der Hauptbühne, stellten sie auf dem Steg eine zweite Minibühne hin und so kamen die Besucher zwischen den Hauptacts in den Genuss von Singer/Songwritter-Unterhaltung mit Gitarre und «Schnurrägige». Zudem gab es eine romantisch-feurige Show mit einer laaaangen Rede zum 15jährigen Jubiläum. Das Rahmenprogramm samt See stimmte total und trotz Verspätung und Verzögerung war der Abend sehr kurzweilig.

Bass uf!

Leider befanden sich zur Zeit als Pablopolar den Abend auf der Hauptbühne eröffneten mehr Helfer und Fotografen – von denen es von beiden Sorten extrem viele gab – als Publikum auf dem Gelände. Dies änderte sich dann aber ziemlich schnell. Ein grosser Minuspunkt geht – wie so oft – mal wieder ans Misch(t)pult. Zu viel Bass! Bass(ed) doch uf; ihr Mischler! Pablopolar lieferten ansonsten eine klangvolle, solide Show.

Gemütlicher Reggae mit Elijah

Bei den coolen Reggae-Beats von Elijah & One camp crew war es dann schon etwas gedrängter vor der Bühne. Elijah war bereits zum dritten Mal am Openair Greifensee zu Besuch und wohl schon länger nicht mehr beim Coiffeur. Mit seiner langen Lockenmähne habe ich ihn zuerst gar nicht mehr erkannt, aber als er mit seiner markanten Stimme und einer kurzen Verspätung loslegte, war es dann klar: Elijah isch wieder daja ha ha. Das Konzert war sehr gemütlich, wie man es von einem Reggae-Konzert erwarten kann. Natürlich gab es auch einige politische Statements von ihm; aber dies hielt sich zum Glück sehr im Rahmen.

Arsch-schwingete bei Hecht

Bei Hecht gab es dann fast kein Durchkommen mehr vor der Bühne. Hecht lieferten eine extrem unterhaltsame Show, motivierten mit ihrer sehr sympathischen, authentischen Art das Publikum und plauderten aus dem Nähkästchen. Anscheinend bedeutet ihnen das Openair Greifensee sehr viel, weil sie zum einen dort ihren neuen Drummer entdeckt haben. Der Typ stand anno dazumal als Helfer bereit und sie haben sich, nachdem ihr letzter Drummer die Band verlassen hatte, allesamt unisono an den Typen erinnert, obwohl sie ihn seit dazumal nie mehr getroffen haben. Zum anderen haben sie am letzten Openair Greifensee das erste Mal gespürt, dass ihre Musik ankommt und dass es so funktionieren könnte. Auch für Hecht war dieser Abend ein Abschluss eines coolen Openair Sommers und sie holten nochmals alles raus. Zu Gymnastique legte die Truppe eine Choreo in der sogenannten hohlen Gasse hin, welche das Publikum für sie bildete. Gegen den Schluss baten sie die Frauen auf den Schultern der Herren Platz zu nehmen und der Sänger Stefan Buck begab sich ebenfalls auf die Schultern von einem bereitwilligen Starken. Zu Adam und Eva motivierte er dann die Mädels und auch Typen in der Höhe mit Mikroeinsatz mitzusingen. Und ganz zum Schluss – es war ja zu erwarten – tanzte das ganze Openair Greifensee Arsch an Arsch.