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Bei dieser zurzeit herrschenden Kälte tut Musik mit heissen Rhythmen und Jamaika-Feeling einfach gut. Oder wie es ein Kollege von mir sagte: Happy-Good-Vibration Musik braucht es einfach manchmal. Genau das lieferten Open Season und der Support Bondaa.

Der Sänger Bondaa startete den Abend mit einem riesigen Smile, den er auch während der ganzen Show auf seinem Gesicht weiter trug. Manche tragen einfach nur einen Bart und er wohl dazu noch einen schicken Smile. Zusammen mit seiner Musik sprang die pure Lebensfreude auch gleich auf’s Publikum rüber. Zuerst musste ich aber zweimal hinhören – ist das echt Schwyzerdütsch?

Der Sänger gibt mit dem Lied Schwiizerdütsch auch gleich die Antwort. Der waschechte Schweizer, wie er sich selber betitelt, spricht – obwohl er meinte «Ech tuen nur so» – eigentlich sehr gut Mundart.

Aber der kongolesische Akzent verwandelt das Ganze zu einem lustigen Afro-Mundart. Auch seine Songs sind witzig: So singt er von der Schnalle – natürlich der Gürtelschnalle. Der sympathische Sänger unterhielt die Zuschauer viel mit Charme. So meinte er, dass man am Schluss seine CD kaufen und bezahlen kann, was man will.

«Es gaht nid um Geld, es gaht um Musig.»

Ich bin überzeugt, dass der gute Verkäufer an diesem Abend, noch so einige CDs los wurde.

Open Season finden Zürich super

Kunterbunt ging es auch mit der Truppe von Open Season weiter. Die Band ist bekannt für gute Vibes und absolut tanzbare Konzerte. So gut aufgewärmt vom Support fiel es den Leuten im Exil leicht, die Hüften und Ärsche weiter zu schwingen. Open Season waren ganz begeistert vom Publikum. Hier in Zürich ist es einfach cool. Man kann sogar am Montag ein Konzert machen und die Fans kommen. Obwohl ihr Herz nach wie vor für Schwarz-Gelb schlägt, finden sie  Zürich nicht nur darum super.

Die Berner sind nun schon seit 16 Jahren unterwegs, wie es der Frontmann mehrmals betonte. Die Jungs und das Mädel haben schon einiges auf die Beine gestellt und obwohl mir die Entwicklung ab Platte nicht so gefällt, finde ich sie live der absolute Hammer. Ihr Musikstil hat sich in all den Jahren weiterentwickelt, ist von Ska und Reggae über Rocksteady und Dancehall vor allem elektronischer geworden. Ab Platte fand ich sie darum in letzter Zeit nicht so hip, aber wenn die grosse Truppe so authentisch wie im Exil vor einem steht, dann macht das einen grossen Unterschied. Es scheint auch noch lange nicht Schluss zu sein.

«Irgendwann werden wir nur noch vor drei Leuten spielen und auf der Bühne sterben – aber wir werden es immer noch geil finden.»

Ich glaube nicht, dass Open Season von den Fans im Stich gelassen werden. Ihre Live-Auftritte sind eifach zu gut. Zusammen mit Bondaa war das in diesem Sinne ein heisses Doppelpack Reggae vom Feinsten für die kalte Jahreszeit.