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Offener Brief der nicht-kommerziellen Schweizer Unikom-Radios an  Ivo Sacchi, Managing Director Universal Music Switzerland.

Leo Niessner (zVg)

Leo Niessner (zVg)

 

Sehr geehrter Herr Sacchi,

Wie Sie wissen, weigert sich Universal Music Switzerland seit dem Mail von Hank Merk vom 29. März 2010 standhaft, mit den 18 nicht-kommerziellen Radios der Unikom und ihren zugewandten JournalistInnen zu arbeiten. Nachdem Warner Music seit dem 1. Dezember 2011 wieder sehr gut und intensiv mit unseren Sendern zusammen arbeitet, frage ich Sie an, ob Universal Music auch weiterhin beabsichtigt, an ihrer Strategie festzuhalten. Dass unsere Sender und JournalistInnen nicht für MPN zahlen und dafür auch keine fixe IP-Adresse einrichten werden, dürfte Ihnen mittlerweile bekannt sein. Ebenfalls dürfte Ihnen bekannt sein, dass diese auch nicht notwendig sind: Warner Music bemustert uns mit den bestens funktionierenden MPN-Pushmails, die bereits über ein fertiges Login verfügen. Daneben gibt es bekanntlich unzählige andere kostenlose Bemusterungs-Systeme, mit denen uns übrigens auch Ihre Partner teilweise direkt bemustern.

Sollten tatsächlich lediglich finanzielle Aspekte Ausschlag gegeben haben, dass Sie nicht mehr mit unseren Radios arbeiten (was wir angesichts der Menge an physischen CDs, die Sie nach unseren Kenntnissen den Print-Journalisten schicken bezweifeln dürfen), stellen wir Ihnen hiermit unser zentales Musikarchiv gerne kostenlos zur Verfügung: Wir haben es mit den 18 Radios unter der Leitung von Open Broadcast geschaffen (http://blog.openbroadcast.ch/de/openbroadcast/unikom/).

Dafür benötigen wir von Ihnen lediglich eine einzige CD oder einen hoch aufgelösten Download (320 kb/MP3 oder WAV) eines Albums. Gerne übernehme ich die Aufgabe, die Neuheiten für Sie auf die Plattform zu laden, sie sauber zu taggen und unsere Redaktionen zu infomieren (den Link, der nur mit Login verwendbar ist, stelle ich Ihrer Promotionsabteilung gerne zur Arbeit zur Verfügung). Ansonsten können Sie unsere Radios und zugewandten JournalistInnen natürlich auch gerne wieder direkt beliefern.

Ansonsten sind wir gezwungen, Ihre Partner, Bands und deren Managements auch weiterhin direkt anzuschreiben, um die aktuelle Musik zu bestellen und sie dabei verständlicherweise über die Hintergründe, d.h. über die Firmenpolitik von Universal, aufzuklären. Angesichts des wachsenden Unmuts Ihrer Partner, den wir täglich erleben, und der wachsenden Kooperation mit unseren Sendern, für Universal sicher keine erstrebenswerte Lösung. Die Schweizer Veranstalter und Festivals wurden aus über ihre Dachverbände ebenfalls darüber informiert, dass sie bei der Verpflichtung von Universal-Bands nicht auf unsere Unterstützung zählen können, weil wir die Musik nicht haben. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, wurde aus diesem Grund ja bereits auch auf Konzerte verzichtet.

Ich denke, eine normale Zusammenarbeit wäre für beide Seiten sinnvoll und würde auf beiden Seiten Ärger und Mails/Telefonate sparen. Gerne erwarte ich Ihre Antwort und informiere unsere Radios und die Journalisten über Ihren Entscheid.

Mit besten Grüssen,
Leo Niessner/Jourtnalist + Sprecher Unikomradios

Unikom-Radios c/o
Leo Niessner