Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Ein ausverkauftes Hallenstadion mit 13‘000 Zuschauern steckt die Erwartungen sehr hoch. Mit Daughtry als Vorband fing das Wochenende noch gemütlich unspektakulär an. Doch Nickelback haben es definitiv geschafft ihre Fans abzuholen und auf ihren Rock-Hits-Planeten zu katapultieren.

Nickelback rockten das ausverkaufte Hallenstadion (Sacha Saxer)

Nickelback rockten das ausverkaufte Hallenstadion (Sacha Saxer)

 

nm. Das Hallenstadion war schon länger ausverkauft und so musste leider mancher Nickelbackfan in die Röhre schauen. Mit Daughtry als Support des Abends verpassten sie jedoch wenig. Die Band spielten solide ihre Songs, der Sänger Chris Daughtry machte kräftig Werbung für das neue Album, brachte plumpe Ansagen und doch machte das Publikum erstaunlich gut mit. Von oben herab durfte man immerhin ein Meer von klatschenden Händen bewundern. Aber viel mehr gibt’s zu deren Showeinlage nicht zu berichten.

Nickelback konnten definitiv mehr bieten. Mit zwei Knallern eröffneten sie ihren Abend. Die Meute tobte damit quasi vom Anfang bis zum Schluss. Da es Sinn macht, beginnen wir auch gleich mit dem Schluss. Denn vor allem die letzte Einlage zeigte, was wirklich in der manchmal achso verschrienen  Hausfrauenrockband steckt. Beste Gitarrenriffs, perfekte Drumeinlagen, einfach puren, harten Rock. Blöderweise konnten sie nur ein paar wenige Male solche speziellen, meist eben eher unbekannten Songs spielen, da sie so viele Hits auf Lager haben. Klar wollen die Leute diese hören, aber ein paar wenig Abstriche für ein vielfältigeres Set würde nicht schaden. Auch Fans sollen offen für Neues bleiben können.
Das Set schwankte also im bekannten Gefilde von Kuschelrocknummern zu rassigeren Stücken, unterstrichen wurde dieses Spiel von einer fantastischen Licht- und Diashow. Die Live-Kamera, welche der Kameramann immer wieder aufs Publikum richtete, wurde rege genutzt. Die Gesichtsausdrücke gingen dabei von lass-mich-in-Ruhe zu hey-ich-bin-geil-und-hier bis zu hilfe-was-soll-ich-tun. Es ist halt nicht jeder geboren ein Rockstar zu sein. Verdächtigerweise wurde beim gleichnamigen Lied Chris Daughtry nochmals auf die Bühne geholt. Vielleicht wollte er sich auch mal so richtig berühmt fühlen?
Showmässig bot Nickelback gleichschon die pure Abwechslung. Der Sänger Chad Kroeger weiss, dass es dem Publikum am meisten  Spass macht, wenn er auf sie eingeht, sie mitsingen, klatschen, schreien oder herum hüpfen dürfen. Und dies wurde alles sogar auf den Sitzplätzen gemacht. Kroeger weiss auch, dass die Fans dabei durstig werden. Und so kam, was kommen musste. Nachdem er zu einem Biertruck aufgerufen hat, wurden fleissig Becher mittels einigen speziell dafür vorgesehen Handkanonen ins Publikum geschmissen. Was kann schon besseres passieren, einen Start ins Weekend mit einem Bierregen? Nickelback waren im Allgemeinen extrem grosszügig beim Verteilen von Drumsticks und Plektren.
Was schlussendlich auch erwähnt werden muss: Kroeger hat endlich einen anständigen Haarschnitt; und der kommt ihm echt gut. Und somit wird alles besser, hoffen wir beim nächsten Konzert auch auf eine umfangreichere, mit anderen, härteren Songs gespickte Setlist.

Fotos: Sacha Saxer