Ein kleines Heimspiel auf der langen Herbsttour hatten Eluveitie im Solothurner Kofmehl. Die Stimmung war trotz eines kurzen Sets am Kochen und der Band, die nach eigenen Worten «pure fucking folk metal» spielt, wurde verziehen, hatte sie sich doch vor dem Konzert noch Zeit für die Fans genommen.

Eluveitie im vollen Kofmehl (Foto: Nicola Tröhler)

 

Bevor schwere Gitarren durch das Kofmehl donnerten, gab Eluveitie den Fans die Möglichkeit, Shirts und CDs – allen voran die frisch erschienene Neuauflage von Vên und Spirit unter dem Namen The Early Years – unterschreiben zu lassen. Und die Anhänger der Band erschienen zahlreich. Jedes zweite Shirt präsentierte stolz und unverkennbar den Schriftzug von Eluveitie.
Dementsprechend hatte die Vorgruppe Wisdom einen schweren Stand, wollten die Leute doch die Band aus Winterthur endlich auf der Bühne haben. Ausserdem liess der gespielte Power Metal zu wünschen übrig. Trotzdem wurde im Publikum das Feuer bereits ein wenig entfacht. Zum Schluss wurde brav applaudiert.
Wieso noch einige Lines dem Soundcheck unterzogen werden mussten, war fraglich, doch sorgte für Begeisterung. Als nämlich das Mikrophon von Sänger Chrigel Glanzmann noch eingestellt werden musste, dröhnte ein gewaltiger Growl durch den Kubus. Extase bei den Fans! Dann durften endlich die Helden des Abends auf der Bühne willkommen geheissen werden. Eluveitie spielten vor vollem Haus und boten ein Set mit dem Besten, was sie zu bieten haben. Auch wenn sie eigentlich noch immer mit dem im Frühjahr erschienenen Helvetios unterwegs sind, so liessen sie es sich nicht, Songs aus der mittlerweile 10-jährigen Bandgeschichte ins Rampenlicht zu zerren. Die Entwicklung ihrer Musik konnte live mitverfolgt werden, wurde der Sound früher doch noch stärker durch den Death Metal beeinflusst. Und auf keinen Fall durfte Inis Mona, Eluveities „Mitsing-Hymne“, fehlen.
Kurz vor Ende des Sets bedankte sich Glanzmann beim Publikum, merkte aber an, dass es noch keinen “Circle Pit” gegeben habe. Unverzüglich öffnete sich eine kreisförmige Fläche in der Menge. Eluveitie peitschten los und vor der Bühne ging es drunter und drüber! Bejubelt wurde auch der abtretende Gitarrist Sime, der im Kofmehl seinen zweitletzten Auftritt bestritt. Das letzte Mal wird er am Eluveitie & Friends in Winterthur mit der Band zu sehen sein.
Dank Eluveitie verwandelte sich das Kofmehl vor allem gegen Ende des Abends in einen brodelnden Hexenkessel. Ein Minus muss der Soundtechnik attestiert werden: Zu Beginn waren die Instrumente mies abgemischt, die Gitarren hörte man kaum. Glücklicherweise wurde während der ersten Songs fleissig korrigiert und das Konzert so gerettet. Es ist aber auch Glanzmann und seiner rockenden Truppe zu verdanken, dass solche technische Mankos nicht an der Stimmung kratzen. Die Bühnenpräsenz der Band und die Energie, mit der die Songs dem Publikum entgegengeschleudert werden, berechtigen den Erfolg.

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