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Nebelschwaden – The Sisters of Mercy

Grosser Ansturm am Konzert von den Sisters of Mercy: Mehr als 1600 Menschen strömten vergangenen Mittwoch in den Saal der Zürcher X-Tra, um die erfolgreiche Band aus dem 1980er zu hören. Die meisten dürften enttäuscht zu Bett gegangen sein.

Ohne Vorband startete die englische Gruppe fast zwei Stunden nach der Türöffnung ihre Show. Solche, die den Auftritt der Sisters bereits kannten, waren keineswegs überrascht, dass mit den ersten Tönen aus den Boxen eine Nebelwand aufgebaut wurde. Im X-Tra sah es bald aus wie draussen. Auch auf ihrer Tour anlässlich des 30. Geburtstag der Band hat sich ihr Auftreten nicht geändert.

Da Frontmann Eldritch und seine jüngeren Mitmusiker bloss als dunkle Silhouetten im Nebelgewirbel erkennbar waren, blieb den Zuschauern die Hoffnung auf gute Musik. Zwar war die markante Stimme durchaus hörbar, prallte aber zu oft an den Wänden aus Bässen, Beats und Gitarrenriffs ab.

Wohl kaum eine Band kann es sich leisten, mit einem Jahrzehnte dauernden musikalischen Stillstand immer noch durch die Clubs zu touren und dabei immer noch solche Massen anzuziehen. Also fungierte Eldritch als Pseudo-Priester, der die guten, alten Zeiten beschwor und dem vorwiegend gealterten Publikum die Hymnen ihrer Jugend bot. Dominion/Mother Russia oder Detonation Boulevard und Lucretia My Reflection. Nicht zu vergessen den Besuch im Temple of Love.

Bestreiten kann man die Evergreens der Engländer nicht. Dennoch drängt sich eine Frage auf: Hat die Band immer noch eine Berechtigung? Solange das Publikum die runter gespulten Hits stets mit Applaus und Rufen quittiert, werden die Schwestern der Gnade weiterhin Bühnen rund um den Globus zunebeln.

Leider erlaubte The Sisters of Mercy keine Fotografen am Konzert.