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Das neue Jahr hat kaum begonnen, da stehen auch schon die ersten Bands mit ihren Konzerten am  Start. Die Thuner Alternative Rockkombo Undiscovered Soul machte in der Bar Rossi den Anfang.

Viel Musik auf kleinstem Raum – Undiscovered Soul in der Bar Rossi (Sacha Saxer)

Viel Musik auf kleinstem Raum – Undiscovered Soul in der Bar Rossi (Sacha Saxer)

 

sax. Es ist schon eine ganze Weile her, seit Negative White über die Jungs von Undiscovered Soul berichtet haben. Knapp zwei Jahre sogar, damals im Vorprogramm der Zürcher Oberländer Indierocker Manolo Panic. In der Zwischenzeit hat der Cellist Nikki May die Band verlassen und die verbliebenen sechs Souls, wie sie sich nennen, haben die erste EP – Yellow – einer Trilogie  veröffentlicht. Ende Februar/Anfang März soll mit Purple der zweite Streich folgen.

Doch erst mal stand ein Auftritt in der Bar Rossi auf dem Programm. Wer die Location kennt, weiss wie klein die Bühne dort ist, und so war es umso erstaunlicher, was das Sextett showmässig zu bieten hatte. Alleine die Vorstellung, ein Keyboard, Schlagzeug und Theremin, sowie einen Bassspieler und zwei Gitarristen plus einen Sänger auf  ca. neun Quadratmetern unterzubringen, wird bei jedem, der Gigs für Bands bucht, für einiges Kopfzerbrechen sorgen. Doch irgendwie haben es die Jungs geschafft, sich so zu arrangieren, dass sie trotz bis zu vier Gesangstimmen immer noch Platz für ausgelassenes Rumgehüpfe hatten. Besonders Gitarrist Mitch Finger kannte kein Halten und präsentierte sich neben Sänger Jay Messerli als zweiter Frontmann der Truppe.

Neben den schon bekannten Stücken spielten die Souls auch noch drei der vier Stücke von ihrer demnächst erscheinenden EP Purple. Spoiler-Alert: Sie wird etwas ruhiger, emotionaler, als Yellow, zeigt allerdings gleichzeitig eine Weiterentwicklung des Sounds auf. Man darf auf das finale Resultat gespannt sein.

Zurück zum Konzert: Die Jungs spielten mit solchem Elan, dass Dimi Grossenbacher schon beim dritten Song die Basedrum zerdepperte und sie erst mal reparieren musste, was ihm glücklicherweise in sehr kurzer Zeit gelang. Etwas später fiel ihm dann auch noch ein Mikrofon zum Opfer, aber auch dieses konnte erfolgreich wiederbelebt werden. Solche Missgeschicke können die Band mittlerweile nicht mehr aus dem Konzept bringen – sie sind entweder schlicht schon Profis genug, damit umgehen zu können, oder sie haben einfach schon genug Erfahrung mit sich verabschiedendem Equipment – ein paar Scherze über die Unfälle später lief der Auftritt schon wieder in geordneten Bahnen.

Und das Publikum, dass die Bar Rossi zum Bersten füllte und bis aus Bern angereist kam, zollte diesem Einsatz Respekt und feierte die Jungs so sehr, dass sie nicht nur eine Zugabe, sondern auch noch eine zweite spielten. Diese gaben sie unplugged abseits der Bühne in mitten der der Besucher, was dem ganzen Abend noch eine ganz persönliche Note verlieh. Wie bei Konzerten in der Bar Rossi üblich, war auch bei diesem der Eintritt frei. Damit die Band nicht umsonst nach Zürich gereist war, wurde nach dem Gig ein Hut herumgereicht, der reichlich gefüllt wurde. Schön zu sehen, dass dieses Konzept durchaus noch funktionieren kann.

Undiscovered Soul spielen am 1. Februar nochmals in der Bar Rossi. Wer sie am 3. Januar verpasst hatte, kriegt also nochmals eine Chance, die sympathischen Thuner in Zürich zu sehen.

http://www.youtube.com/watch?v=gE2kEj3cZUQ