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Der Montagabend stand im Zeichen von «Poetry in Music» und mit Heather Nova als auch mit Glen Hansard standen zwei wunderbare Singer/Songwriter auf der grossen Bühne in der Messehalle in Basel. Music, reduced to the max.

Glen Hansard an der BALOISE Session (Sacha Saxer)

Glen Hansard an der BALOISE Session (Foto: Sacha Saxer)

 

Heather Nova konnte schon als Supportact für Bryan Adams im Hallenstadion überzeugen und an der BALOISE Session stellte sie ihre Unplugged-Qualitäten unter Beweis. Ohne jeden Schnörkel stand sie mit Gitarre hinter dem Mikrofonständer, nur begleitet von einem Cello und zeigte, dass tiefe Emotionen nicht mehr als einer ehrlichen Stimme bedürfen. In der ersten Reihe intensivierte der Duft der frischen Orchideen das Erlebnis noch.
Selten konnten zwei Musiker alleine eine solche emotionale Stimmung hervorrufen. Heather mit ihrer Gitarre und ihrer warmen Stimme und Arnulf Lindner, das Multitalent, das sie an Cello, Flügel und Gitarre durch den Abend begleitete. Die nachdenklichen, teils traurigen aber doch auch hoffnungsvollen Texte, vorgetragen in dieser harmonischen Stimme, untermalt von gerade mal zwei Instrumenten, kulminierten in einem Zustand, den man wohl nur als die Magie der Musik beschreiben kann. Wieder eines dieser Konzerte, das man am liebsten in den Armen seiner liebsten Person bei einem schönen Glas Rotwein geniessen möchte.
Alleine schon das absolut minimalistische Bühnenbild zollte der Darbietung Respekt: zwei Farne, links und rechts hinter Heather, in der Mitte ihr mit Orchideen geschmückter Mikrophonständer und sonst nichts ausser den Instrumenten. Perfektion ist dann erreicht, wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Mit Glen Hansard wechselte nicht nur der Künstler, auch die Stimmung der Musik war gänzlich anders. Glen stach vor allem durch seine humoristisches, freundliches Wesen hervor. Die Musik war mehr als überragend, doch mehr noch als seine wunderschönen Songs mit seinen herrlichen irischen Akzent überzeugte Glen als Entertainer, dem nichts heilig scheint.
Genauso wie seine Musik im Vergleich zu Heather Nova eher düster ist, war auch das Licht sehr gedämpft, was ihn sehr stark ins Zentrum rückte und seine Band in den Hintergrund verbannte – zumindest visuell. Dass dies aber nicht seine Absucht war, zeigte sich auch darin, dass er beispielsweise den Saxophonisten Michael Buckley nach vorne ins Rampenlicht holte. Alles in allem ein extrem sympathischer Künstler, den mal auch gern zu nem Bierchen ins Pub nebenan einladen würde.
Ich hoffe, den sympathischen Iren bald mal wieder in der Schweiz anzutreffen und dann etwas mehr aus ihm rausholen zu können. Bis dahin wird dieser Abend in guter Erinnerung bleiben.

Mit diesem wunderschönen Abend lässt Negative White die BALOISE Session 2013 ausklingen und freut sich schon auf nächstes Jahr.