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Video-Premiere: Rude Tins kritisieren in «Year of Disaster» den Zeitgeist

Nach fünf Jahren Funkstille meldet sich die Schweizer Ska-Punk-Truppe Rude Tins mit der Single «Year of Disaster» fulminant zurück. Was hinter dem Song steckt, erfährst du in unserer Video-Premiere.

«Es geht gerade voll ab», sagt Yves Blösche, Gitarrist der Schweizer Ska-Punk-Band Rude Tins. Am 26. Oktober hat die achtköpfige Kapelle mit Year of Disaster erstmals seit fünf Jahren wieder von sich hören lassen. Die neue Single ist eingeschlagen: Airplay auf SRF 3, aufgenommen in diverse Spotify-Playlists. Sie seien erstaunt, sagt Blösche weiter, denn ihre Musik sei ja nach wie vor «nischig».

Wechsel und Experimente

Lange mussten die Fans der Rude Tins warten. 2013 erschien mit State of Flux das dritte Album und lehnte deutlich stärker Richtung Punk als die Ska-geprägten Vorgänger. Danach wurde es still. «Wir haben viel Energie in State of Flux gesteckt und waren auch zufrieden», meint Blösche. Allerdings blieb die grosse Resonanz aus.

Dazu kamen mehrere Wechsel in der Besetzung. Ein neuer Saxophonist und ein Drummer mussten gefunden werden. In den letzten Jahren beschäftigten sich Rude Tins auch vertieft mit ihrem Sound, sie experimentierten, forschten nach neuen Möglichkeiten. Year of Disaster ist einer von vier neuen Songs, die die Rude Tins über den Winter verteilt veröffentlichen werden. Musikalisch steht Year of Disaster aber noch stark in der Tradition von State of Flux.

Heute feiert das brandneue Lyrics-Video zur Single bei uns exklusiv Premiere:

Trotz der Ähnlichkeiten: Year of Disaster ist ein erster Eindruck der Neuerfindung. Neben Leadsänger Thomas Eichmann, der die melodischen Parts übernimmt, und Blösche als Background-Stimme, ist nun auch Posaunen-Mann Christian Steiner zu hören. Er würzt den Song mit den rohen, schreienden Passagen und macht den Song deutlich kantiger.

Rude Tins

Bild: zvg

«I don’t trust in what you say.
It’s a lie! It’s a lie!»

Die markanteste Veränderung steckt aber im Text. Year of Disaster ist eine Kritik am Zeitgeist, an der Qualität des Diskurses. «Heute werden Aussagen einfach für bare Münze genommen und nicht mehr reflektiert», sagt Songwriter Blösche. Angst werde über falsche Fakten verbreitet. Die Single fordert auf, für sein Recht auf Wahrheit und für eine gerechte Welt einzustehen.

Der gesellschaftliche Wandel ist an den Rude Tins nicht spurlos vorbei gezogen. Natürlich ist der Ska-Punk-Sound immer noch eine Garantie für eine ausufernde Feier. Doch im Grunde sind die Rude Tins in den Jahren erwachsener und ernsthafter geworden: «Uns Schweizern geht es gut. Das bedeutet aber auch, dass wir eine Verantwortung gegenüber unseren weniger privilegierten Mitmenschen haben.»

Die Rude Tins spielen am Samstag, 24. November, im Luzerner Sedel. Tickets gibt’s hier.