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Heute feiert die allererste Single von Me & The Magic Horses die Premiere bei uns. «It Ain’t You» müsste theoretisch totaler Kitsch sein, ist aber das pure Gegenteil.

Draussen ist es kalt und dunkel. Drinnen knistert ein Feuer. Und welcher Sound hüllt ein wie eine warme Decke? Vielleicht eine Mischung aus Indie-Folk, Country und hoher Singer-Songwriter-Kunst. Vielleicht Me & The Magic Horses.

It Ain’t You ist die allererste Single des Projekts von Karin Steffen. Fünf Jahre hat sie sich Zeit genommen – nach dem Ende der Band My Baby The Bomb – und liess ihre Entwürfe reifen. Mit zunehmender Distanz zum alten Sound fand Steffen die Nähe: Das Album Travelling Roads, das im März erscheint, besinnt sich auf Intimes zurück; persönliche Erinnerungen von Schmerz, Trauer und Freude.

Aus den Bruchteilen, die Steffen im Wohnzimmer klangmalte, wuchsen richtige Songs heran. Als Geburtshelfer half Timo Keller von Hanreti aus. Später stiessen Bassist Pascal Eugster (Alois), Gitarrist Urs Müller (Monotales) und Drummer Jan Steiner (One Lucky Sperm) zu Me & The Magic Horses und komplettierten die Arrangements.

«And if you are around it seems like we live in a world where love can be found»

It Ain’t You offenbart zwar nicht den Facettenreichtum, den Travelling Roads versammelt. Doch er zeigt die Brillanz des Songwritings von Karin Steffen und Timo Keller. Der Song versprüht einen warmen Schimmer, ganz wie das prasselnde Kaminfeuer. Das Stück fliesst ganz natürlich, organisch. Die Balance ist perfekt – kein Schlenker zu viel, keine Gitarren-Pirouette zu wenig.

Was aber It Ain’t You wirklich bestechend macht, sind die Lyrics: Steffen und Keller singen gegeneinander: «It ain’t you who brought me love for the first time in my life.» Zusammen mit dem herben Country-Einschlag im Sound erwartet man eine schwermütige Herzschmerz-Ballade. Doch plötzlich drehen sie den Fokus: «But if you are around it seems like we live in a time where time doesn’t count.» Was für eine zauberhaft Zeile!

Me & The Magic Horses tanzen It Ain’t You mit Leidenschaft: Handgemachte Musik schmiegt sich sanft an die Liebeserklärungen in den Strophen. Auf dem Papier sieht es so aus, als könnte dabei nur kläglicher Kitsch entstehen. Doch eine unerklärliche Magie bewahrt Band und Song davor. It Ain’t You ist das pure Gegenteil von Kitsch: Ehrliche Schönheit.