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Es war am 13. Dezember 1978. In der Sendung «Karussell» des Schweizer Fernsehens waren Kleenex zu sehen. Ein tolles Zeitdokument einer der international bekannten Bands der Schweiz.

Sie wirken ein bisschen verloren hinter ihren Instrumenten. Am 13. Dezember 1978 war die Schweizer Frauen-Punkband Kleenex zu Gast in der Sendung «Karussell» im Schweizer Fernsehen. Im Interview erzählen die Musikerinnen, wie die Band entstand und die Bedeutung des Namens.

Nach dem Interview performte das Quartett noch den Song Nice. Ein Jahr später beklagte sich Bassistin Klaudia Schiff in einem englischen Fanzine: «Wir haben mal versucht, in einer Fernsehsendung in der Schweiz zu spielen. Es ist echt Scheisse, denn man kann nicht live spielen.» Tatsächlich war der Auftritt im «Karusell» eine vollkommene Playback-Show. Die Sängerin Regula Sing verlor nach dem Fernsehauftritt gar den Job als Verkäuferin in einem Fotogeschäft.

Von Kleenex zu LiLiPUT

1979 änderten Kleenex dann ihren Namen zu LiLiPUT, nachdem Regula Sing aufgrund von Differenzen aus der Band ausschied. Die Band bestand noch bis 1984 und löste sich dann auf. Von 1981 bis 1983 spielte Beat Schlatter bei LiLiPUT am Schlagzeug. Da auch der Saxophonist Christoph Herzog bei der Band einstieg, war die Musikpresse irritiert. 1981 meinte Gitarristin Marlene Marder gegenüber dem SPEX: «Wir haben uns nie als Frauenband verstanden und wir wollten auch nicht in den Medien so aufgebaut werden!»

Nach der Auflösung blieben die ehemaligen Mitglieder zum Teil in der Kunst- und Musikszene aktiv. Marlene Marder starb 2016 an Krebs.

Bis heute zählen Kleenex/LiLiPut als einflussreiche Kult-Band im New Wave und Post Punk. Sie erreichten internationale Bekanntheit und haben immer noch eine treue Fangemeinde.