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Die Schweizer Hardcore-Band Insanity tourt gerade in Südostasien. In ihrem ersten Tagebuch-Eintrag verraten sie, weshalb sie das erste Konzert nicht spielten.

Es ist Montagabend, 18.44 Uhr. Ausser David Bowies Space Oddity hört man nichts im grossen Apartment in Kuala Lumpur. Der indonesische Tourorganisator, der fünf Stunden zuvor zur Reisegruppe Insanity dazugestossen ist, liegt reglos auf seiner Matte und erholt sich von seiner Anreise.

Langsam und bedächtig bereiten wir uns auf das anstehende erste Konzert an. Es soll im 18. Stockwerk in einem sechs Kilometer entfernten Stadtteil stattfinden. So weit, so klar.

Doch eigentlich hätte ja tags zuvor bereit ein Konzert in Ipoh, einem Ort zwei Autostunden nördliche der malaysischen Hauptstadt über die Bühne gehen sollen. Zur kurzfristigen Absage kam’s, weil dort drei Tage zuvor unter der Leitung des auch für uns zuständigen Promoters ein Konzert stattfand, bei welchem diverse homophobe Äusserungen fielen. Für uns als Band ein No-Go, weshalb wir uns in Absprache mit dem Tourorganisator zum Verzicht auf die Show entschied. Ein klares Statement.

Die freigewordene Zeit nutzen wir Sieben – neben uns fünf Bandmitgliedern reisen auch zwei Freunde mit – mit der Anfreundung an die lokalen Gepflogenheiten. Das ein oder andere Bier, im muslimischen Malaysia problemlos kaufbar, durfte dabei natürlich nicht fehlen. Die weiteren Highlights der ersten Tage waren die fliegende Strassenüberquerung einer Affenfamilie, der Pool im 10. Stockwerk des Hotels und nicht zuletzt die Verarbeitung der vielen Eindrücke eines Landes, welches im Spannungsfeld von Tradition, High-Tech und gesellschaftlichen Gepflogenheiten steht.

Die Uhr zeigt nun 19.01 Uhr, der Tourorganisator hat sich erhoben, es kommt Bewegung in die Gruppe. Es breitet sich langsam eine positive Anspannung aus, jeder will wissen, wie die malaysische Hardcore-Szene auf die Musik aus dem Entlebuch reagiert. Spätestens im nächsten Bericht wirst du es erfahren.