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Noch 367 Tage bis zum WGT 2019. Wir haben den letzten Tag des Festival gemütlich genossen, und dabei einen Piratenschatz entdeckt.

Für den letzten WGT-Tag lassen sich die Festival-Besucher in zwei Fraktionen aufteilen. Da sind die, die das Festival noch einmal voll in sich aufsaugen. Die kurz vor der Abreise noch einmal durch die Agra-Halle eilen, um doch noch alles zu shoppen, was man sich vorher noch aufgespart hat, die noch einmal voll gestylt für Konzerte anstehen und irgendwann am Dienstag Morgen aus der Moritzbastei schwanken.

Und dann gibt es die, die das Festival ausklingen lassen. Für den entspannten Montag trifft man sich am besten im Heidnischen Dorf, nicht zuletzt, weil es viele Sitzmöglichkeiten gibt.

Bild: MinjMaus

Gemütlich im Heidnischen Dorf

Das Heidnische Dorf liegt neben der Agra-Halle und dem Zeltplatz beim alten Torhaus. Man nähert sich ihm über eine Idyllische Brücke und tritt dann durch das Namensgebende Tor.

Links, im Torhaus, findet dieses Jahr die Ausstellung von Laetitia Mantis statt. 

Dahinter liegen diverse Food- und Getränkestände, ein Platz für Tische udn Bänke, offene Grasflächen zu sitzen, und weiter vorne die Hauptbühne. Wer sich nach dem Tor jedoch rechts wendet, kommt in den Bereich, wo das Wikingerlager liegt.

Und die heidnische Shoppingmeile.

Hier findet man etwas, was man dem Schweizer Mittelaltermarkt-Gänger als das Walhalla aller Mittelaltermärkte präsentieren muss. Die Standauswahl ist exklusiv und vielseitig, und am Ende des Lagers, wo Schausteller mit Kind, Kegel und Hund das altertümliche Leben zelebrieren, befindet sich eine zweite, kleinere Bühne. Hier dudeln nicht nur Flöten und Schalmeien, auch spassige Aktionen wie Jungfrauenversteigerungen finden in diesem Bereich statt. Weiter unten liegt erneut ein Stück freier Wiese, wo man müde Beine ausstrecken kann. Und natürlich noch mehr Möglihckeiten, Geld in Kleider, Assecoires, Bücher, Waffen und Magiezubehör zu verwandeln.

Bild: MinjMaus

Heimataerde

Auf der Hauptbühne spielen derweil Heimatearde. Schon der erste Song schlägt ein, die einstige Wiese vor der Bühne ist voller Tänzer.

Auf der Bühne schwingen die Tempelritter ihre Äxte zum Elektrobeat.

Die Stimmung ist ausgelassen, die Band interagiert fröhlich aus dem Publikum: Tina, eine junge Frau, die die Band offenbar am Vorabend kennen gelernt hat, wird auf die Bühne gebeten.

Das sieht nach einem teuren Outfit aus, sagt der Sänger, ich hoff, wir versauen dir nur das Dekolleté. Tina nimmt es mit Humor und setzt sich auf den Stuhl, während Heimataerde Dein Opfer anstimmen. Zum Höhepunkt der Show wird Tina die Kehle durchgeschnitten. Das Kunstblut meint es ausgesprochen gut mit ihr, und landet eher auf den vordersten Zuschauern denn auf ihrem Dekolleté.

Zum Dank kriegt Tina ein Holzherz geschenkt, und die Band gibt weiter Vollgas, um bei Hik Hak Hackebeil die nächste Showeinlage zu präsentieren. Jetzt wird Bandmitglied Henry geköpft.

Es ist nicht die letzte Band dieses Abends, die auf der Bühne das sprichwörtliche Heidengaudi hat.

Nach Heimataerde spielen Ye Banished Privateers. Ich kannte die Band vorher noch nicht und war von der ersten Note an begeistert.

Ye Banished Privateers

Schon vor dem Konzert herrscht Bombenstimmung. Die Band fährt mit unüblichen Instrumenten auf, und der Soundcheck ist mit Banjo und Kofferpiano nicht ganz einfach. Als die Band kurz hinter die Bühne verschwindet, um sich zu besprechen, krakeelen die ersten Zuschauer ausgelassen nach einer Zugabe.

Ye Banished Privateers lassen sich einen Moment Zeit. Die Schweden haben alle musikalische Asubildung, die meisten aus dem Musical-Bereich. Das merkt man nur schon an der Art, wie sie die Bühne beschreiten.

Bild: Ray Rayson

Die Band umfasst zehn Personen, die teilweise auch ihre Instrumente unter einander wechseln. Laut Homepage zählen an die dreissig Leute zur Crew. Am WGT teilen sich drei Männer den Job des Frontmanns, einer könnte direkt für Captain Blackbeard Modell stehen.

Ye banished Privateers machen nicht nur Musik, sie spielen auch. Bei Colour of Sin wehrt sich die Sängerin gegen aufdringliche Männer. In der ersten Strophe ersticht sie den Gitarristen. In der zweiten ersäuft sie Blackbeard, dann erdrosselt sie den Akkordeon-Spieler, und zum Schluss erstickt sie die Violinistin mit einem Kissen. Besonders beindruckt mich der Gitarrist, der trotz Todeskampf und anschliessendem Liegen auf dem Bühnenboden weiter sein Instrument spielt.

Die Piratenband hat sichtlich Spass am Gig. Am WGT zu spielen ist für die Schweden keine Selbstverständlichkeit, auch wenn sie bereits zum zweiten Mal hier sind:

«We have a strong Gothic-Scene in Sweden, and the WGT is legendary. We are so honored playing here – we first thought, this was a joke.»

Das Konzert vergeht viel zu schnell, aber es bildet einen gelungenen Abshchluss. Nach dem Konzert zotteln wir gemütlich zurück in die Richtung der Agra-Hallen, um das WGT noch ganz ausklingen zu lassen.