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Der Konzertabend mit Hell Boulevard und Mono Inc. bot Abwechslung und eine wunderbare Show – ganz zu meinem Erstaunen.

Als Hell Boulevard letzten Freitagabend die Bühne des Z7 stürmten, hatte sich davor bereits eine Traube an schwarzgekleideten, gut gelaunten Zuschauer versammelt. Es machte von Anfang an den Eindruck, als würden keine Unbekannten spielen, denn die Anwesenden sangen, fanten und tanzten brav mit.

Hell Boulevard präsentierte ein kurzes Set mit Songs aus ihrem ersten Album Inferno wie auch aus ihrem brandneuen Album In Back we Trust, was einem bunten Bouquet an schnellen bis zu ganz zarten Melodien entsprach.

Zu Beginn übertönte der Bass leider – zumindest in den ersten Reihen – den Rest der Band. Der Mischer fand den Rank aber doch noch, so dass meine beiden persönlichen Highlights gegen den Schluss zur vollen Geltung kamen: Die Herzschmerz-Ballade Come Back, bei der Matteo Diva Fabbianis Stimme mal wieder bestens zur Geltung kam wie auch Zero Fucks Given, ein Song der einfach eine gute Laune verspricht und der die Dunkeldisco nochmals richtig in Bewegung versetzte. Hell Boulevard erledigten ihre Aufgabe als Vorband insgesamt also sehr gut, so dass Mono Inc. einen leichten Start geniessen durften.

Der perfekte Mix

Ich muss gestehen, ich habe sie unterschätzt: Mit voller Energie und Bühnenpräsenz lieferte Mono Inc. von der ersten bis zur letzten Sekunde eine Show, die einfach nur «Wow» war.

Nachdem ich sie schon mehrfach live – mitunter auch in Deutschland – gesehen habe, muss ich gestehen, dass ich vor geraumer Zeit ihre Songs aus meiner Playlist verbannt habe. Der Running Gag in meinem Freundeskreis sagt alles: «Mono Inc.? Die haben doch nur das eine Lied? Alles tönte stets sehr gleich und auf der Bühne waren sie bislang nur mässig der Burner.»

Doch dieses Mal war es irgendwie anders. Der Mix der Songs war perfekt, so dass keine Langeweile aufkam. Es gab mehrere Wechsel der Outfits, zwei bis drei Pyro-Knaller, die grosse Mono Inc. Fahne als Blickfang und ganz viel Publikumsinteraktion. Die Band war extrem präsent und publikumsnah, so dass Sänger Martin Engler am Schluss sogar von der Bühne stieg, um die Fans nacheinander zu umarmen.

Auch plauderte er während der Show mehrfach aus dem Nähkästchen. So erfuhren wir, dass Mono Inc. zu Beginn ihrer Geschichte, eine Absage von sämtlichen Plattenfirmen erhielten und sie darum ihre erste Scheibe selber produzieren mussten. Eine Absage von Sony tat anscheinend ganz heftig weh: «Diese Mucke will niemand hören, du bist zu alt, die Lieder sind zu schwach.»

Mono Inc. haben es inzwischen aber bewiesen und ihr neues Album Welcome To Hell stieg dieses Jahr direkt auf Platz 2 in den deutschen Charts ein. Der Typ bei Sony, mittlerweile ein Rentner, der drei Häuser weiter von Engler wohne, habe darauf einen netten Brief geschrieben und ihnen gratuliert: «Ich freue mich diebisch für euch. Hätte ich mich damals nur getraut.»

Zum Glück habe ich mich an dieses Konzert getraut. Eine wirklich runde Show, die begeisterte, so dass man es sich überlegen könnte, eine Reise in eine der deutschen Städte zu machen, in denen Mono Inc. nächstes Jahr ihre Orchester-Tour plant. Hamburg sei eine Reise wert, meinte Engler gleich zweimal und das kann ich bestätigen!