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Die Schweizer Hardcore-Band Insanity tourte in Südostasien. Im vierten und letzten Tagebuch-Eintrag schauen sie auf die vergangene Zeit zurück.

Wieder in der Schweiz, mit der Winterjacke und dem Beanie unterwegs, sehnen wir uns zurück nach Südostasien. Dort, wo wir noch vor ein paar Tagen am Strand gelegen, geschwitzt und an unseren Surfskills gearbeitet haben. Ebenso denken wir natürlich auch gerne an die gespielten Konzerte in Indonesien.

«Dieser Trip hat sich wirklich gelohnt.»

In Batam Island spielten wir in einem langen Raum, welcher sich oberhalb zweier Autogaragen befand. Nach gespieltem Konzert sassen wir lange draussen bei indonesischem Wein und diskutierten wie das Abfallproblem, welches augenscheinlich ist, in Indonesien gelöst werden könnte. Mit dem Flugzeug ging es weiter nach Medan. Der Zeitplan war gedrängt.

Wir verzichteten auf eine Unterkunft in Medan und beschlossen am Flughafen zu «übernachten». Dies bedeutete für uns: Landen, zwei Stunden Fahrt bis zum Konzert, Konzert spielen, zwei Stunden Fahrt bis zum Flughafen, zwei Stunden warten am Flughafen, Abflug nach Jakarta.

Dieser Trip hat sich jedoch wirklich gelohnt. Als eine von 14 Bands durften wir gegen Ende des Abends die Bühne betreten. Das meist junge Publikum war angeheizt und tanzte im mit etwa 300 Leuten vollgestopften  Konzertraum, was das Zeug hielt. Von der Stadt haben wir leider nichts gesehen. Freunde haben uns jedoch vertröstet, dass wir nichts verpasst hätten. Hat doch Medan schon internationale Preise abgesahnt für die hässlichste Stadt der Welt. Naja, wir können es nicht beurteilen.

In Bogor, das etwa zwei Stunden südlich von Jakarta liegt, fand das Konzert wiederum ein einem sogenannten Collective-Space statt. Im Eingangsbereich erwartete uns ein cooler Shop mit Kleidern, Skateboards und  Accessoires. Im Untergeschoss fand später die Show statt.

Am nächsten Tag spielten wir in Semarang auf Zentral-Java. Diese Veranstaltung wurde als Charity-Anlass für die Erdbeben- und Tsunamiopfer der vergangenen Tage proklamiert. Die Stimmung war sehr positiv und am Ende des Abends wurde von den MCs, welche wie so oft an Konzerten zwischen den Bands pausenlos ins Mikrophon sprachen, der Spendenertrag von fast 300 Franken verkündet. Eine stolze Summe, welche den Menschen, die ihr Heim und ihre Existenz verloren haben, als kleine Unterstützung dienen soll.

«Die Kids tanzten – es ähnelte einer wild gewordenen
Jiu-Jitsu-Meisterschaft. Energie pur!»

Tags darauf reisten wir nach Bali. Vor unserem letzten Konzert blieben uns drei Tage um zu entspannen und uns von den bisherigen Tour-Strapazen etwas zu erholen. Wie zu erahnen war, trafen wir nirgends derart viele Touristen wie hier. Nur unser Konzert fand abseits des Trubels, etwa eine Stunde ausserhalb Denpasars statt. Trotzdem fielen uns sofort zwei europäische Gesichter auf. Ein Pärchen aus Düsseldorf, das uns bereits zweimal live gesehen hatte, fand per Zufall heraus, dass wir während ihrem Urlaub auf Bali spielen. Es ist immer wieder großartig, solche Bekanntschaften irgendwo am andern Ende der Welt zu machen. Das Konzert war ein absolut würdiger Abschluss unsere Tournee. Es gab nur ein Gas: Vollgas! Die Kids tanzten – es ähnelte einer wild gewordenen Jiu-Jitsu-Meisterschaft. Energie pur!

So machten wir uns auf den Heimweg, mit einem Zwischenstopp in Hongkong, wo uns ein ausgewanderter Jugendfreund auf einer siebenstündigen Tour durch die Stadt begleitete. Es bleiben tonnenweise Eindrücke, viele Begegnungen und die grosse Dankbarkeit durch die Musik Erlebnisse dieser Art sammeln zu dürfen.

Nun gilt es für uns am neuen Album zu arbeiten und wiederum Konzerte in unseren Breitengraden zu spielen. Das nächste exotische Projekt ist jedoch schon in Planung…. Wir sehen uns!