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Am Freitagabend wurden die Elektroswing-Tanzbeine in der Samsung Halle mit Parov Stelar geschwungen. Stimmung kam trotzdem nicht richtig auf.

Eigentlich finde ich es ja grundsätzlich schräg, wenn Leute an eine Show eines DJs pilgern. Ich erinnere mich nur allzu gut, wie ich kopfschüttelnd bei einem Aufritt von Paul Kalkbrenner am St. Galler Openair weglief. Zuschauen zu dürfen, wie einer Platten auflegt und zwischendurch einen Arm nach oben streckt, finde ich jetzt nicht gerade aufregend. Aber jedem das Seine!

Beim österreichischen Elektroswing-Pionier Parov Stelar aka Marcus Füreder wollte ich jedoch schon lange mal eine Ausnahme machen. Denn ich glaubte, die Show rundherum könnte passen und es gibt ja auch eine Sängerin sowie ein paar Live-Musiker mit Saxophon, Trompeten, Posaunen, Schlagzeug und Co.

Bum Bum Bum

Gesagt, getan. Schon bei den Special Guests fragte ich mich aber, ob das wohl eine schlaue Idee war. Das DJ-Duo legte eine geschlagene Stunde auf und ich langweilte mich zu Tode. Der stündige Song kann man beschreiben mit: Bum Bum Bum. Ich lag mit meiner Meinung nicht alleine: Die meisten Zuschauer standen gelangweilt herum, diskutieren und auch nach dem Konzert hörte ich so manche Stimmen, die gegen DJs als Warm-Up sprachen.

Aus anderen Berichten habe ich zuvor gelesen, dass bei Parov Stelar live die «handgemachte» Musik im Vordergrund stehe. Darauf freute ich mich nach diesem Start in den Abend besonders.

Von 0 auf 10

Als dann endlich Parov Stelar auf der Bühne standen, ging es zuerst nicht von 0 auf 100 los, sondern mal gemütlich von 0 auf Stufe Zeh10n. Das Intro haute mich nicht gerade aus den Socken, und auch das Publikum blieb beim ersten Song entsprechend verhalten. Als dann aber die Bläser einsetzten und später die Sängerin das Publikum begrüsste, kam ein bisschen Bewegung und Jubel in die ausverkaufte Halle.

Die treibende Mischung aus elektronischen Elementen und Swing-Musik stellte dann den kompletten Abend sicher, dass kaum ein Tanzbein ruhig stehen blieb. Aber dennoch dachte ich, dass das Publikum mehr abgehen würde. Gerade auch weil sich viele die Mühe gemacht haben und sich entsprechend mit Hosenträger und Hut «kostümiert» haben.

Immerhin war die Soundqualität in der Samsung Hall sehr gut, obwohl die Sängerin ankündigte, dass ihre Stimme heute nicht im Top-Zustand sei. Alles in allem aber eine eher enttäuschende Show.