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Ganz egal ob in Deutsch oder Englisch: die Alin Coen Band mit gleichnamiger Sängerin vermag mit leisen als auch experimentell lauten Tönen zu überzeugen. Das wusste Ina Müller schon vor vier Jahren, als sie die Hamburgerin in ihre Sendung einlud. Vergangenen Samstag überzeugte sie das Publikum auch im an der Schweizer Grenze gelegenen Lustenau (A).

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Vielfältige Musik von Alin Coen (Foto: Steffi Sonderegger)

Alin Coen, 1982 in Hamburg geboren, zieht zwecks Studium nach Weimar, wo sie auf Gitarrist Jan Frisch, Bassist Philipp Martin und Schlagzeuger Fabian Steves trifft. Und wie das dann eben so ist, gründen die vier eine Band. Die Alin Coen Band. Nicht irgendeine Band. Nein, die Band rund um eine Singer/Songwriterin, die es vermag, mit ganz feinen Klängen, ganz tief in die Seele einzudringen. Bekannt geworden durch das deutsche Fernsehformat «Ina’s Nacht» gelingt ihr 2010 ein kleiner Durchbruch. Weit hoch klettert ihr Debutalbum Wer bist du? in den iTunes Charts. Grosse Anerkennung ihrer Musik auch ein Jahr später: der Deutsche Musikautorenpreis in der Kategorie «Nachwuchsförderung» ist ihrer. 2013 dann das zweite Album We’re Not The Ones We Thought We Were.

Ganz egal ob in Deutsch oder Englisch, Alin Coen ist in ihrer Musik zu Hause. Und das zeigt sie auch auf ihren Konzerten, wie am vergangenen Samstag in Lustenau in Österreich. Doch zuvor eröffnet das griechisch-deutsche Duo von Sea + Air den Abend. In der Dunkelheit zwei Streichhölzer gezündet, blitzen die Gesichter der Griechin Eleni und ihrem deutschen Mann Daniel Benjamin auf. Rhythmische Takte folgen. Ganz leise und eine Sekunde später tobend laut spielen sie sich durch ein Set, das abwechslungsreicher nicht sein könnte. Folk trifft Pop, Klassik trifft Rock. Dennoch bleibt es schwer in Worte zu fassen: unnahbar, irgendwie verrückt, aber ganz schön gut. Mit einer höchst poetisch angehauchten Werbung für ihre Facebook-Seite in Form eines Gedichtes verabschieden sie sich nach einer guten halben Stunde und überlassen der Alin Coen Band die kleine, überschauliche Bühne des Carinisaals in Lustenau.

Fast schon unscheinbar betritt kurz nach zehn Uhr abends die Band rund um Alin Coen die Bühne. Reduziert, still, etwas melancholisch, vor allem aber wortstark präsentiert die Hamburgerin ihren ersten Song. Das kleine Publikum scheint den Atem anzuhalten, den Song einzusaugen. Faszinierende Blicke im ganzen Rau

m. So zart und zerbrechlich die Sängerin auch wirkt, so stark überrascht sie mit ihrer Stimme. Trotz den bekannt ruhigeren Tönen überzeugt sie an diesem Abend auch mit ihrer Stimmgewalt in den experimentell angehauchten, in Englisch gehaltenen Songs. Und wenn sie nicht gerade spielt, dann lächelte die hübsche 32-Jährige und erzählt Geschichten von einem weisen Mann aus Schweden, alten Liebesbriefen und Indienreisen. Geschichten, die sie verpackt hat in ihre Songs. Sie erzählen von traurigen, gebrochenen Lieben oder reflektieren die grosse, weite Welt. Davon ist das Publikum ganz hin und weg. Und von Alin Coen sowieso.