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Am Samstag, dem 25. Juli 2015, fand sich die Szene vor dem Werk21 ein um in den Genuss von vier sehr unterschiedlichen Bands zu kommen. Zwar waren drei der vier Bands im Bereich Black Metal eingestuft, aber die Musik war bei allen sehr divergent. Dennoch war die Stimmung grossartig, das Werk ausverkauft und trotz den vielen Rauchern, die sich artig raus stellten, sehr voll.

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Der Abend begann um 19 Uhr mit der Band Frozen Gate. Einer jungen, aufsteigenden Schweizer Symphonic Death Black Metal Band, welche mit bestechendem Humor und einer natürlichen Art das Publikum mitzureissen vermochte. Zwar waren am Anfang die Vocals etwas leise abgemischt, das besserte sich aber im Verlaufe des Konzerts. Bei einem persönlichen Gespräch nach dem Auftritt, erfuhr ich, dass die Band normalerweise mit Corpsepaint auf der Bühne steht, diese aber im Bandkoffer liegt, welcher verschwunden war. Auch hätten sie im Normalfall eine Orchesteraufnahme, welche ihre Musik im Hintergrund unterstützt. Trotz all dieser Schwierigkeiten lächelten die Jungs und machten das Beste daraus, sie improvisierten, witzelten, schänkerten zwischen den Liedern mit dem Publikum – durch Zurufe oder einem «unauffälligen» Zwinkern in Richtung einer hübschen Dame und sorgten dafür, dass der Auftritt Spass machte.

Darauf folgten Firtan, einer deutschen Black Metal-Band, welche es schaffte, trotz der düsteren Grundstimmung des Metals eine fast fröhliche, vielleicht durch die leicht nordisch angehauchten Klänge, Nuance hineinzubringen. Was wirklich paradox ist, da die Liedertexte, die man zwar nachlesen musste, da das growlen eben typisch unverständlich war, unheimlich düster und auch komplex sind. Im Nachhinein nachgefragt, erfahre ich, dass viele der Texte von grossen deutschen Philosophen inspiriert sind. Die Vermischung von Pagan Metal und Black Metal, einem sehr fröhlichen und einem sehr düsteren Teil, gefiel mir.

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Frozen Gate (Foto: Larissa Baiter)

In der kurzen Pause, bevor es weiter zur australischen Band Ne Obliviscaris geht, versammelten sich die meisten Besucher draussen, um die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen. Unter ihnen ein etwas älterer Herr im weissen T-Shirt, der etwas verloren aussah. Er fragte meine Bekannten und mich, wie man uns denn nennt, ob Grufti noch eine angemessene Bezeichnung war. Wir überlegten kurz, Metaller oder Goth passte nicht auf jeden von uns und so versuchten wir ihm klar zu machen, dass man wenn man alle meint am besten schwarze Szene sagen sollte, da Grufti eher alt klingen würde.

Endlich ging es weiter mit den Australiern. Der Sänger hatte eine unglaublich angenehme, wohltuende Stimme, da wollte man eigentlich eher Clear-Gesang hören und dieser Wunsch erfüllte er auch zwischendurch. Er wäre auch super geeignet um ein Kinder-Hörbuch aufzunehmen. Neben der sehr angenehmen Stimme des Sängers kamen noch einige talentierte Musiker. Je nach Lied schaffte es die Band eine andere Stimmung aufleben zu lassen, mal ruhig, mal etwas rhythmischer, alles in allem sehr abwechslungsreich, vor allem wenn man sie mit der darauffolgenden Band verglich.

Der Weg einer Freiheit spielten erst sehr spät, weswegen ich nur noch die ersten Lieder hören konnte, diese waren allerdings alle etwas eintönig und klangen recht gleich. Zwar waren es alles gute Musiker aber irgendwie fehlte es ein wenig an Pepp, der hoffentlich im Verlauf des Auftritts noch kam.

Das gute an diesen kleinen Konzerten ist, dass die Menschen, inklusive der Bands, sehr unkompliziert sind, man die Möglichkeit hat, sich in den Pausen in normaler Lautstärke zu unterhalten, auch mit den Bands, wenn man das wollte oder mit dem Veranstalter Lotrify, welche die meiste Zeit draussen und deutlich Spass am Ganzen hatten.